Ab jetzt hier…

•1. Dezember 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

zu finden:

Für immer die Menschen.

Noch im Aufbau, aber erster des Monats ist ja ganz toll.

Es könnte Trost geben…

•25. November 2012 • 2 Kommentare

Wenn man länger nicht geschrieben hat, weiß man nicht so recht irgendwo anzufangen. Und weil ich nicht irgendwas annähernd poetisches schreibe, irgendwas wohlklingendes, metaphorisches, sondern so nüchtern, so… alltägliches, banal, erscheint es irgendwie noch in wenig schwieriger.

Ich sitze nun also in meinem wunderschönen Klinikbett mit der Latexmatratze, gehüllt in meine eigene Bettwäsche, Patrick und Elmo neben mir liegend. Vor mir mein Laptop, auf dem runtergeklappten Tisch meines Nachtischs und höre Musik. Ich habe ein Fettgeschwulst im Hirn, an dem ich vermutlich nicht sterben werde, muss aber zur Überprüfung definitiv nächstes Jahr unbedingt noch mal zum MRT. Auch habe ich mir einen ganz wunderbaren Pilz im Bauchnabel eingefangen, den ich nun zwei Wochen mit Fungizid (und noch unverfänglicher könnte ein Antipilzmittel kaum klingen) behandeln, mir Watte in den Bauch stopfen und es mit meinem Riesenteletubbypflaster verkleben, um mich wie eine Mischung aus eben Teletubby und Glücksbärchi zu fühlen. Außerdem habe ich hier das erste Mal Berührung mit starken Beruhigungsmitteln gemacht, weil man mir beim MRT nicht sagte, dass ich während der gesamten Untersuchung eine Braunüle in der Armbeuge stecken  haben werde. Dies führte dazu, dass ich eine hyperventilierend das halbe MRT-Gerät auseinander nahm und wenig später intravenös mit einer ordentlichen Portion Tavor versorgt wurde. Ich weiß wirklich nicht, wie lange ich schon nicht mehr so einen Zustand von Tiefenentspannung hatte. Und ich meine: Yay, nächstes Jahr wieder.

Dann haben wir da noch die neuen Diagnosen. Bereits bekannt war ja: Mittelgradige Depression und Sozialphobie. Und dann haben wir da jetzt eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (Borderline und ängstlich-vermeidend). Sagen wir es einfach mal so: Kennt ihr das, wenn ihr wisst, dass irgendwas mit euch nicht stimmt, ihr aber einfach nicht definieren könnt, was es ist? Jetzt hat das Kind wenigstens einen Namen. Und irgendwie war da auch immer irgendwas, was mir sagt, dass es das sein wird. Aber Selbstdiagnosen sind ja meist mehr für’n Arsch.

Und außerdem habe ich Zahnschmerzen. Ziemlich doll und ziemlich viel und es scheint mir, als hätte ich “Hiiiier!” geschrieben, als es die große Vergabe an Krankheiten jedweder Art gab. Oder sie waren schon vorher da (denn seien wir mal ehrlich, ein Fettgeschwulst im Hirn wird sich wohl kaum in arg kurzer Zeit entwickeln) und es ist deswegen so viel, weil ich Arztbesuche bei so Kinkerlitzchen vermeide. Aus der Bauchnabelsache habe ich zumindest gelernt, dass man trotzdem hingehen soll, denn hätte ich dies nicht getan, würde mir wohl mit der Zeit ein Abszess im Bauchnabel wachsen und den will ich, aus Erfahrungen an anderen Körperstellen, nun echt nicht haben (wobei das unerlaubte Ausquetschen echt tierisch Spaß macht).

Meine Ausbildung ist nun übrigens unvorhanden. Vermutlich werde ich nicht Mediengestalterin, denn dann hätte ich am 5. zur Schule gemusst und dort war ich nicht und wurde deswegen gekündigt. Also haben wir da wieder eine Premiere. Meine erste Kündigung. Meine erste Kündigung ist aber aufgrund dessen nicht so schlimm, da ich nun an einer Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme teilnehme. Und vorerst, um mich zu schonen, oder damit ich wieder einen guten Weg ins Arbeitsleben zu bekommen, bei der Ausbilderin, bei der ich meine ersten zwei Wochen während der Eignungsabklärung machte. Am 21.12. ist dann auch schon wieder Urlaub, was, um ehrlich zu mir und zu anderen zu sein, momentan mein eigentlicher Antrieb ist. Die Tatsache, dass ich am 3. wieder von viertel nach sieben bis um halb fünf arbeiten soll, überfordert mich jetzt schon restlos. Und weil das so ist, oder weil mein Behandler dies wohl ahnte, werde ich von Montag auf Dienstag in Timmendorf schlafen und am Dienstag zur Arbeit gehen, um zu schauen, wie es läuft. Nun, ich bin gespannt. Gedanklich maßlos überfordert, aber gespannt.

Noch gespannter bin ich allerdings, wie ich es schaffen soll, mit meinen 9€ auf dem Konto (die ich nicht abheben kann, weil der Mindestbetrag natürlich 10€ sind) und meinen 3€ und ein paar Zerquetschten bis zum nächsten Monat zu leben, wo ich ja die 6€ für die Hin- und Rückfahrt nach Timmendorf selbst zahlen muss. Und zu allem Überfluss ist auch noch immer keine Bewilligung darüber gekommen, dass ich für die BvB mein Geld bekomme, was letztendlich also heißen könnte, dass ich für Dezember das Geld nicht rechtzeitig bekomme und somit vermutlich ziemlich am Arsch bin. Zumal gleich das erste Wochenende das Pflichtheimreisewochenende ist. Wenn also die 104€ (I’m fuckin’ rich, man!) nicht überwiesen werden, ist damit zu rechnen, dass ebenfalls die Fahrtkosten nicht auf meinem Konto sind. Da es nun mal Tatsache ist, dass ich von diesen 104€ lebe (Natürlich wird mein Essen und meine Unterkunft bezahlt), wird das wohl ein ziemlich harter Monatsanfang, schätzungsweise. Denn da ist diese Angst (und auch ein gewisser Unwillen), meine Oma zu fragen, ob sie mir Geld leihen kann, speziell jetzt, wo es seit letztem Jahr heißt, dass wir nichts mehr zu Weihnachten bekommen (damals gab es für jeden 50€), was ja auch vollkommen okay ist, ich mir aber so anbiedernd vorkommen würde. Mein Vater ist momentan im Krankenhaus, da er beim Fäden ziehen von der Operation als sie ihm die Gallenblase rausnahmen, Schmerzen hatte. Somit fällt auch diese Möglichkeit flach.
Und während ich mir so Gedanken um meine finanzielle Lage mache, fühle ich mich wieder so, als wäre ich ein gieriges Biest. Denn 104€ sind ja eigentlich schon eine Menge Geld. Und ja, vllt bin ich das. Gierig. Weil ich vllt unfähig bin mit Geld umzugehen. Und nun habe ich wieder mal Angst bei den entsprechenden Stellen zu fragen, ob die Möglichkeit bestände, Halbwaisenrente zu bekommen oder ob es, wenn eine Bestätigung einer psychischen Erkrankung vor dem 25. Lebensjahr bestand, die Möglichkeit gäbe, Kindergeld zu bekommen. Denn so in etwa lief es bei den Zwillingen. Deren Ausbildungsgeld dann zwar gestrichen wurde, aber deren Kindergeld trotzdem wesentlich mehr ist als eben das Ausbildungsgeld. Und dann ist da auch irgendwie die Angst mich damit an die Bildungsbegleitung zu wenden, weil ich eben nicht gierig wirken möchte. Angst davor habe, gesagt zu bekommen, dass ich doch um die 104€ froh sein soll, denn es gibt doch auch die Leute, die kein Geld bekommen, weil ihre Eltern zu viel Geld verdienen und deshalb von ihnen finanziert werden müssten.

Weil ich eben so wenig Geld habe, ist es auch so, dass ich es mir nicht leisten kann, neue Klamotten zu kaufen (und ja, ich kann meinen Neid kaum verbergen, wenn ich sehe, wie meine Mitbewohnerinnen, wenn sie nach Lübeck fahren, mit neuen Sachen wiederkommen). Deswegen waren wir gestern auch mit dem Lions Club in Bad Schwartau einkaufen. Für mich gab’s neue Schuhe und eine neue Jeans. Schöne Winterschuhe mit Fell innen und sogar mit Absatz. Und ich kann drauf laufen und die Füße tun nicht weh. Großartig.

Ich überwinde übrigens immer mehr meine panische Angst vorm Blutabnehmen. Beim letzten Mal hatten wir nicht annähernd eine körperliche Angstreaktion und nicht mal Schwindel. Und morgen ist es wieder so weit und das ist vollkommen okay.

Und dann gäb’s da noch eine Sache. Am 17.8. ist wieder ein die ärzte-Konzert in Uelzen. Und dann ist da dieser Drang, da unbedingt hinzuwollen, nein, hinzumüssen. Und nun dürfen sich gerne Menschen dafür anbieten, mit mir dieses Konzert zu besuchen. Durchaus ernst gemeint, wer also Lust hat, darf sich gerne melden.

Und um die Interaktion bloß nicht zu unterbrechen, ist es so, dass ich, wie ja schon einige Male angeschnitten, mir mein Blog einfach nicht mehr gefällt. Auch das ist sicher ein Grund, weshalb ich lange nicht mehr schrieb. Bei einigen ist es wohl so, dass sie stolz oder froh sind, dass dort so viel Vergangenheit ist. Das es ein beständiger Teil ist, den man jahrelang aufrecht erhalten hat. Aber mir  ist da irgendwie zu viel Vergangenheit. Da sind Gedanken, die ich nicht mehr verstehe, Gedanken von früher, mit denen ich mich auch ehrlich gesagt nicht mehr auseinander setzen möchte. Schöne Gedanken und schlechte Gedanken. Un irgendwie fühlt es sich nicht richtig an, an dieser Stelle weiterzumachen. Da ist irgendwie zu viel, mit dem ich nicht nicht mehr identifizieren kann, die sich mir nicht zugehörig anfühlen. Für manche mag das ein Fortschritt sein, wenn sie sehen, dass sie sich im Gegensatz zu früher enorm gewandelt haben. Mir macht es ein schlechtes Gefühl.
Nun ist es so, dass ich überlege, ein neues Blog zu starten. Praktisch ein Neuanfang. Der versuchte Weg nach der Klinik. Whatever. Tatsache ist eben, dass ich es für nötig erachte. Mich damit besser fühle. Ich bin aber ein so unglaublich unkreativer Mensch. Und wenn ich dann kreativ bin, kreativierte dies jemand schon mal vor mir. Means: Name besetzt, aber du kannst gerne dafür zahlen.

Was ich nun also von euch will: Schlagt mir neue Namen für einen Blog vor!

Ich wäre diesbezüglich sehr dankbar. Ich persönlich habe sogar ausnahmsweise sogar selbst eine Idee gehabt, die das genaue Gegenteil zu meinem jetzigen wäre. Vielleicht habt ihr auch Lust, eure Meinung dazu mitzuteilen.
Meine Idee wäre nämlich von der wunderbaren Herzensband Tomte gesponsert – Für immer die Menschen.

Danke…

•14. Oktober 2012 • 2 Kommentare

…für diesen schönen Tag <3 Gundula und Elmo haben Svü lieb!

Und da ist sicher noch ein paralleler Lebensweg..

•12. Oktober 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Morgen darf ich nach Timmendorfer Strand. Das ist aufgrund dessen toll, weil ich Svü dann endlich mal wieder sehe, aber auch, weil ich mit dem Internat einige Sachen klären muss. U.a. brauche ich eine Bescheinigung, dass ich dort nicht wohnen kann, da das Arbeitsamt ja der Auffassung ist, ich solle meinen Hauptwohnsitz in Timmendorfer Strand anmelden. Witzigerweise kann mir aber keiner erklären, wieso sie mir dann Heimreisewochenenden bezahlen wollen, wo ich dann ja so gesehen kein Zuhause mehr habe. Paradox.

Aber viel ergreifender ist wohl einfach die Sache, dass ich die Ausbildung als Mediengestalterin nicht weitermachen werden kann. Das hat den einfachen Hintergrund, dass ich eigentlich am 5.11. wieder zur Berufsschule müsste und diesen Block definitiv nicht verpassen darf, weil dann eben die Ausbildung nicht fortgesetzt wird. Nun habe ich das Angebot bekommen, dass wir mich bis dahin versuchen können, wieder fit zu kriegen oder das eben sausen lassen. Ich habe mich dafür entschieden, das alles in meinem Tempo zu machen und somit die Berufsschule und damit auch die Ausbildung als Mediengestalterin sausen zu lassen. Jetzt heißt es zwar, dass ich jetzt immer noch zu den Bürokaufleuten wechseln kann – was ich auch werde – aber mir definitiv kein Leben als Bürokauffrau vorstellen kann. In meiner Utopie und meinem unendlichen Wunschdenken denke ich nun, dass ich, wenn ich groß bin, diese Ausbildung zu Ende gebracht habe, alles toll ist, meine psychische Verfassung klappt und ich irgendwie mit der Bewertung leben kann. Und ja, vllt mag das doch sogar sein. Jedenfalls bin ich der Auffassung, dass ich ja selbst, wenn ich mich dazu ausbilden lasse, ewig in diesem Beruf sein muss. Und vielleicht werde ich ja doch noch Was mit Büchern in.. drei, fünf, zehn Jahren. Aber vllt ich das auch mein Weg, mir diesen drögen Beruf gut zu reden. No one knows.

Schlaf ist immer noch für den Arsch, letzte Nacht bin ich jede halbe Stunde aufgewacht, hab mich nach dem Mittagessen hingelegt und die halbe Ergotherapie verpennt, bis mich eine Schwester aufweckte, weil ich doch sonst nachts nicht mehr schlafen könne. Diese Nacht hab ich mein Zimmer für mich alleine, weil meine Zimmernachbarin bis morgen ausgeflogen ist. Außerdem habe ich endlich Sofies Welt zu Ende gebracht und mit drüberleben angefangen. Momentan wirbelt aufgrund der Arbeit wieder ziemlich viel im Kopf rum, weil ich irgendwie.. momentan mit dem Gedanken doch nicht so klar komme. Aber ich freue mich sehr auf morgen. Und außerdem einen herzlichsten Dank an Frank. Er weiß schon wofür.

Fast-Farin mit Möpsen.

•9. Oktober 2012 • 5 Kommentare

Heute war ich in der Stadt. Ganz freiwillig. Und natürlich habe ich gleich wieder das Geld ausgegeben, welches ich eigentlich gar nicht habe. Dafür gibt es hier eine zuckersüße Buchhandlung, die mir wirklich gefiel. Nun habe ich mir jedenfalls drüberleben bestellt, weil ich ja  auch ihren Blog las und bin gespannt. Letztendlich heißt das nun aber auch, dass ich morgen schon wieder in die Stadt muss. Das ist aber okay, weil ich natürlich mal wieder vergaß, mein Handy aufzuladen und so ziemlich pleite bin, was das Handy betrifft. Also überweise ich morgen den kleinstmöglichen Betrag an meinen Mobilfunkanbieter. Außerdem hätte ich mir fast wieder eine Jacke geholt und war in Klamottengeschäften und wollte kaufen, aber hab’s nicht getan, weil ich eben nicht die Kohle dazu hab. Das ich die Kohle fürs Buch auch nicht habe, verschweige ich einfach mal ganz dezent.

Gestern war ich hier in der Krankenhausbibliothek und habe überlegt, ob ich, so ich es denn zeitlich schaffe, vllt noch “Momo” lesen werde. Und ich habe heute praktisch mein Leben gesichert. Schlafmaske und zwei Packungen Pulverkaffee.

Dann war ich heute noch bei der Ergotherapie, wo ich immer noch an meinem Bild sitze (und irgendwie klingt das so unglaublich verzweifelt, also dieses… Oh mein Gott, sie sind in einer Klinik und werden mit malen beschäftigt, auch wenn ich den Sinn dahinter verstehe) und bei der Musiktherapie. Wir haben alle möglichen Instrumente da (natürlich nicht für Linkshänder, sonst wäre aus mir heute eine Gitarrengöttin geworden), letztendlich saß ich aber am Klavier, weil es mich auch irgendwie ein wenig von den anderen abschirmte und ich nicht wirklich Bock auf Menschen hatte.
In den nächsten zwei tagen fällt die Ergotherapie aus und vermutlich ist morgen auch kein Ergometertraining am Start. Gestern hatte ich ein Einzelgespräch, was sehr.. anstrengend war und ich habe viel geheult, weil es wieder um meine Angst ging und die hoch kam. Alte schulische Ängste, also praktisch das herausfinden, wo diese Angst herkommt. Irgendwie kann ich mich noch nicht recht darauf einlassen. Auch wenn das wahrscheinlich normal ist, fühlt es sich so an, als ob ich das müsste. Nicht, weil ich es eilig hätte, aber irgendwie fühlt es sich eben so an.

Seit heute bekomme ich neue Tabletten. Venlafaxin, waren das glaub ich. Bin mir aber nicht so sicher, jedenfalls sagte er, dass es Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer sind und das steht bei Wikipedia auch so drin, also glauben wir das alle mal so.

Soviel also zu den heutigen Banalitäten. Guten Abend.

 

 

 

Banalitäten.

•7. Oktober 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Aufzüge in diesem Haus sind älter als ich. Vier Jahre. Wieso ich dies nun erzähle, weiß ich nicht so genau, aber wahrscheinlich tu ich das genau aus dem Grund, um zu vermitteln, was man alles bemerkt, wenn Wochenende und nichts zu tun ist.
Und irgendwie ist es schon merkwürdig, dass ich es schaffe, öfter zu bloggen, während ich hier bin. Aber wahrscheinlich ist das auch einfach nur ein Zeitvertreib, schließlich redet man über das Alter von Fahrstühlen und das ist für die Welt ja auch nicht wirklich relevant, es sei denn, er stürzt irgendwann ab und man liegt zerquetscht am Boden, während man auf der Reise nach unten Yoko Ono sang, jedenfalls solange man den Text drauf hat, ansonsten muss man echt schnell mal überlegen, weil es doch eventuell bald zu spät sein könnte und dann kann man sich freuen, doch irgendwas mit “Stars” gemein zu haben.

Ich mag es übrigens nicht, morgens aus dem Schlaf gerissen zu werden, sie wie es heute morgen geschah. Man schlummert selig vor sich hin oder döst oder was auch immer das für ein Zustand war und plötzlich rüttelt es an deinem Bein und jemand meint, er müsse nun unbedingt deinen Blutdruck messen.
Dann legt man sich um halb zehn wieder hin, weil man irgendwie total Matsche in der Birne ist und um viertel vor zwölf kommt wieder jemand und ditscht dir an der Nase rum, weil es gibt. Das ist natürlich ganz bewusst ausfallen ließ, weil es eben letzten Sonntag schon Rouladen gab und außerdem mag ich keinen Rosenkohl und keine Klöße. Dafür hat mir meine Zimmernachbarin aber Mousse au Chocolate mitgebracht, was sehr toll war, weil es gleich nach dem Aufstehen um halb drei (und natürlich werde ich nun wahrscheinlich nachts nicht pennen können) essen konnte. Zu erwähnen ist aber auch, dass gestern Abend das Licht in der Küche nicht an war. das hat mich fast ein wenig glücklich gestimmt.

Desweiteren überlegte ich eben, als ich so eben unten bei Rauchen saß, ob mich das Bloggen irgendwie beruhigt, also nicht nur zwingend ein Zeitvertreib ist. Ich weiß es nicht genau. Letztendlich sind vieles ja einfach nur langweilige Banalitäten, die ich schreibe, die vermutlich keinen interessieren. Ja, vllt sind solche Sachen wie das Blut abnehmen mehr schon größere Sachen, wenn auch für viele so was von banal. Aber letztendlich ist es wohl mein Blog und was ich schreibe ist meine Entscheidung und wenn es Quatsch ist, ist das wohl auch okay. und deswegen rede ich mir nun einfach ein, dass das ja schon so ein bisschen wie Angstbewältigung ist, weil das Internet ja groß ist und ich mir jedes Mal einen riesigen Kopf mache, ob man mich doof und dumm und so weiter findet.

Ach ja, und gestern hatte ich auch Besuch. Leider war J. nicht dabei, angeblich ging es ihr nicht so gut, aber ich vermute, dass sie doch lieber Wäsche waschen wollte (oder vllt auch einfach Kliniken nicht so ganz doll gut gegenüber gestimmt ist), also waren Stefan und Und S., ein anderes Mädel aus dem Internat mit. Sie haben mir ein paar Sachen mitgebracht (Kekse, Lakritz, Briefumschläge, ein Rätselbuch, Taschentücher und so), danach waren wir am Hafen, der wirklich idyllisch ist, klein und süß, hat mir richtig gut gefallen, sind danach noch an den Strand (Frau Svü, die acht Kilometer sind Quatsch, direkt hier in Neustadt, am Hafen, Meer und je weiter man läuft auch Strand :D) und danach noch überteuerten Kaffee trinken und Kuchen essen. Es war schön, es hat mir gefallen, wir haben kleine Hunde gesehen und eine sterbende Feuerqualle und haben rumgealbert.

Obwohl ich eigentlich heute auch los wollte, habe ich es dann doch vorgezogen zu schlafen und nun ein wenig am Laptop zu sitzen, zumal ich grad allein im Zimmer bin, ich also nicht ständig das Gefühl habe, meine Mitbewohnerin mit meinem Getippe zu nerven.
Bin gespannt, ob es am Morgen neue Drogen gibt, ich freue mich auf die Ergo und außerdem steht morgen wohl noch ein Gesprächstermin mit meinem Psychologen an. Ist es eigentlich normal, schon im Vorhinein zu denken, dass man keinen Bock auf ein Gespräch hat? Weil es einfach so unglaublich anstrengend ist und… es fühlt sich jedenfalls so an. Weil ich teilweise auch einfach nicht die Konzentration habe habe, 50 Minuten zu reden. Wir haben aber gesagt, wir machen nach der Hälfte einen Break und schauen, wie es um meine Konzentration steht. Vllt sollte ich auch mein andauerndes Gefühl zur Sprache bringen, dass ich mich ständig auf der Flucht fühle. Besser kann ich es zumindest nicht  beschreiben und auch das macht mich irgendwie wahnsinnig. Soll aber angeblich total normal sein, in so ‘ner Depression. Was es für mich nun irgendwie auch nicht besser macht, weil es eben nie so rauskommt, wie ich es eben meine. Und in meinem Kopf eben als “nicht ernst zu nehmen” abgestempelt wird.
Aber wie ich mich kenne, werde ich gleich morgen wieder berichten.

Hallo Ambivalenz.

•6. Oktober 2012 • 4 Kommentare

So ein Samstag Morgen, an dem man nicht schlafen kann, ist wirklich ultra nervig. Das Problem ist ja, dass man aufstehen muss. Frühstück und Blutdruck messen. Und später dann Tabletten. Jedenfalls habe ich wirklich ziemliche Probleme, was die Zeit betrifft. Ambivalent, weil sich die Zeit wie Kaugummi zieht, aber gleichzeitig doch so schnell vorbei rauscht. Und dann denkst du dir, dass du nicht genug getan hast und kommst innerlich so absolut nicht zur Ruhe. You know what I mean.

Und überhaupt fühle ich mich momentan unglaublich ambivalent. Ich denke nach und habe das Gefühl, dass ich nicht genug über mich nachdenke. Also sinnvolles Zeug. Sachen, die zur Änderung des Zustands beitragen könnten. Und irgendwie habe ich das Gefühl, mich nicht so ausdrücken zu können, wie ich es gern möchte. Wie ich mich fühle. Und ja, das ist normal in so ‘ner Depression, aber irgendwie ist es auch unglaublich ätzend, weil ich dann eben ganz schnell das Gefühl habe, man könne denken, ich simuliere nur oder übertreibe, oder, oder, oder. Und dann versuche ich zu analysieren, ob diese Angst aus meiner Phobie heraus entsteht und weiß es nicht und denke es dann kaputt.

Und irgendwie denke ich dann über Sachen nach, die andere Menschen betreffen, mein Verhältnis zu ihnen und überlege, ob das grad eine Wichtigkeit hat. Sicher wird es das haben, weil ich mich sonst sicher nicht damit beschäftigen würde, aber… Ob es diese Wichtigkeit momentan haben sollte, das weiß ich nicht. Und sicher wünschte ich mir ein wenig mehr Unterstützung von einigen Menschen. An dieser Stelle übrigens einen <3-Dank an Svü. Weil sie einfach immer da ist.
Na ja, jedenfalls hatte ich gestern einige Gespräche per WhatsApp und einige waren gut und andere nicht so und manchmal war ich sogar gar ein wenig enttäuscht und verletzt, weil ich es nicht verstehen kann, wie man mich so wenig ernst nehmen möchte, wenn es mir schlecht geht. Na ja, und nun ist da also wieder die Frage, ob ich scheiße mit diesem zwischenmenschlichem Zeug umgehe, oder ob die Menschen einfach.. arschig sind. Und ob sie ihre Gründe haben arschig zu sein oder mich lediglich scheiße finden. Und wenn letzteres so ist, dann soll man mir as doch bitte sagen, weil… Na ja, weil es eben arschig ist, kacke zu jemandem zu sein, weil man ihn nicht mag. Und natürlich weiß ich, dass die auch alle ihr Leben haben und damit wohl auch eine Menge zu tun haben, aber irgendwie nervt es mich und macht es mich traurig, manchen Menschen ständig halb hinterher zu rennen, weil sie sich nicht melden. Und ja, vllt ist es egoistisch und naiv, zu glauben, dass sie sich melden, weil sie wissen, dass du in ‘ner Klapse liegst.
Vllt bin ich aber auch einfach nur ein zwischenmenschliches Wrack und erwarte zu viel. Und vllt sollte ich das auch mal so therapiemäßig zur Sprache bringen. Weil irgendwie auch niemand weiß, dass mir das so schwer fällt, einzelnen Menschen gegenüber, weil es eben immer nur heißt “Haben Sie auch Angst vor den Menschen, die Ihnen nahe stehen?” und das verneine ich dann, weil das ja auch nicht stimmt, sondern eben was komplett anders, aber mindestens genauso kompliziert zwischenmenschliches ist.

 
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