Oder: Was Eltern auf die Palme bringt.

In meiner Jugend bin ich meinem Dad mit meiner Musik wohl öfter mal auf den Keks gegangen. Einerseits durch die Lautstärke (& er kann verdammt froh sein, dass ich nur so was wie eine moderne Art der Boombox hatte, die kann man nämlich nicht so laut aufdrehen!), andererseits durch das Zeug, was ich gehört habe. Richtig verteufelt hat er mich, glaub ich, so mit 13, als “Hybrid Theory” von Linkin Park rauskam. Ich hatte nämlich keinerlei Probleme, das Album sechs oder sieben Mal nacheinander zu hören. Was soll ich sagen, ich fand sie zu diesem Zeitpunkt halt episch (& würde es vermutlich immer noch tun, hätten sie danach nicht irgendwelchen Mist fabriziert). Ab & an haben wir Diskussionen darüber geführt, dass Nu-Metal & Oper gar nicht so weit auseinander liegen, schließlich wird in beiden zumeist rum geschrien.

Ich blieb danach, bis auf einige Ausflüge ins Pop-Universum (War mal unheimlicher großer Fan von Robbie Williams), meist bei dieser lauten Gitarrenmusik.
& da ja grad eh die Nu-Metal-Welle am Überschwappen war, mein Gefühlsrepertoire  lediglich von extrem scheiße gelaunt bis dezent depressiv reichte, kamen mir Papa Roach gerade recht. Oh Gott, was habe ich diesen Song abgefeiert! Meine Verehrung ging sogar so weit, dass der Refrain in knallrot (Glaube, ich wollte Blut nachahmen) über meinem Bett prangte (was irgendwann auch mit dem “Boulevard of broken dreams”-Refrain passierte, warum auch immer). Fazit: Ich kann mich in Songs hervorragend reinsteigern.
Anmerkung: Ich bin nie Amok gelaufen.