Dallas Green & die Psychologie.

Vorgestern hatte ich meinen Vorgesprächstermin in der Psychiatrischen. 16h. Auch wenn ich sonst immer pünktlich unpünktlich bin, bin ich bei solchen Terminen immer etwas überpünktlich. Dies hat in den meisten Fällen den Nachteil, dass mir der Arsch so ziemlich auf Grundeis geht.
Ich war so edel & bin extra mitm Taxi gefahren. Das Problem in dieser Stadt ist nämlich, dass sie so was wie eine gescheite Buslinie, die einmal quer durch die Stadt fährt, nicht hat. Dafür aber irgendwelche bemalten Steine von einer mir unbekannten Künstlerin. Einmal 30 Kilometer (gefühlt – faktisch wohl ’nur‘ 6 Kilometer) durch die Stadt latschen fand ich doch irgendwie doof. ich hätt’s wohl doch tun sollen. Mr. Taxifahrer war nämlich einer von der ganz diskreten Sorte. Fahren Sie jemanden besuchen oder sind Sie selbst Patientin? Es folgte ein entsetzter wtf?-Blick. Eine Überlegung, eine Rede über Diskretion zu halten, in der zumindest ER nicht mehr zu Wort gekommen wäre. mich mit viel Pech aber auch ausm Taxi geschmissen hätte. Kann der froh sein, dass ich so offen mit meiner Blötschköppigkeit umgehe. Wahrscheinlich zukünftige Patientin lautete also meine Antwort, in der tiefen Hoffnung, er hält die Klappe & ich ihm ’n bisschen Angst mache. Aber wie das mit Hoffnungen so ist – Meist werden sie enttäuscht 😉 Aaahaaa, warum denn? Gut, dass mich niemand denken hören kann. Ich habe eine leichte Abneigung gegen Taxifahrer & bringe sie am Zielort gerne um sagte mein Kopf, der Mund sagte allerdings Wohlmöglich, weil ich krank bin. & die Augen verdrehten sich. Holla, da könnte aber mal jemand eine Taxifahrerfortbildung belegen. & er sprach Ja, dacht ich mir. Was haben Sie denn? – Nicht sonderlich viel Geduld für neugierige Taxifahrer. Kopf, halt die Fresse. Finden Sie sich gerade egtl nicht selber etwas indiskret? Wenn es sie glücklich macht, Depressionen & noch ’n paar andere Sachen, die sie aber noch weniger angehn. Ich vermute, jeder andere, aber auch wirklich JEDER andere Mensch hätte die Abneigung, ein gesprch führen zu wollen, verstanden. Monsieur nicht. Aber nein, nicht nur, dass der feine Kerl indiskret, neugierig & offensichtlich ignorant ist, was wäre das ganze nur, wenn man nicht noch unsensibel wäre. Aber nicht, dass Sie sich hier gleich rumbringen! Sicher, ich setz mich immer in Taxis, um meinen Suizidabsichten zu fröhnen. Ich frag mich bis heute immer noch, wo das Klischee des dummen Taxifahrers herkommt, der nur aus dem Grund Taxifahrer geworden ist, weil er aufgrund seiner minderen Intelligenz nichts anderes werden konnte (Alle anderen Taxifahrer respektiere ich aber total.). Ich klärte ihn, aufgrund seines offensichtlich äuzßerst unüberlegten Kommentars auf, dass depressive Menschen nicht zwingend selbstmordgefährdet sind, &, wie konnte es anders sein – holte er die gute Robert Enke-Story raus. Erkenntnis des Ganzen – ich verstehe nun, wieso sich Menschen in Taxi nach hinten setzen.

Es folgten die längsten 20 Minuten meines Lebens, in denen ich 5 (!) Zigaretten geraucht habe & gefühlt 100 SMS verschickt hab um dann doch noch mal meiner Lieblingssituation ausgesetzt, noch mal 10 Minuten warten durfte. Nämlich vor lauter ‚Bewohnern‘ der Sation, schön aufm Präsentierteller. & wider Erwarten waren sie sogar zu 50% nett & haben sehr freundlich Hallo gesagt. Der einzige männliche mensch, der mir übern Weg gelaufen ist, war sogar so nett & hat extra noch mal nachgefragt, ob denn immer noch keiner da ist, für die junge Dame (Ich ;)) Bin dann runterum,Überraschung – noch eine zu rauchen, als mir nach dem letzten Zug ein relativ junger Herr entgegenschritt. Frau …(Name von der Redaktion geändert)? Hier ist eine. – Dann haben wir ein Gespräch! & der soll Psychologe sein?, schoss mir als erstes durch den Kopf. Ja, vllt hab ich immer den Stereotyp Psychologe im Kopf, mittelalt, Brille, ziemlich konservativ angezogen.. Der sah aber eher aus nach Sänger einer Post-Hardcore-Band oO Mein Hirn sprach natürlich wieder als erstes Sie meinen, wir singen. Junge, Junge, wirklich eine verblüffende Ähnlichkeit zu Dallas Green. Inklusive der Brille. Fand’s dann aber doch ziemlich unpassend, ihn drauf anzusprechen. Es folgte ein einstündiges Gespräch mit allen möglichen Fragen, danach noch ein Rundgang mit der Krankenschwester auf der Station inklusive eines Plans, was so gemacht wird.. Verdammt, Zwei-Bett-Zimmer. Aber wenn ich laut schnarche oder hilfsbedürftig bin, gibt’s auch Einzelzimmer 😉
Ich soll mir das ganze nun ein bisschen durch den Kopf gehen lassen & versprach, mich nächste Woche zu melden. Ich hab Angst. Dallas merkte wohl auch schon, dass ich bei gewissen Sachen immer sehr vermeidend bin. Was das Zulassen von Gesprächsthemen, die verletzen könnten, angeht. Yay. & Blut abnehmen lass ich mir schon mal gar nicht. Das hab ich sofort klargestellt 😀

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~ von Miss Ann Thropy - 16. Oktober 2010.

2 Antworten to “Dallas Green & die Psychologie.”

  1. Noch schlimmer als Blutabnehmen finde ich EKGs…

    • Ich hatte bis jetzt nur ein Belastungs-EKG.. Fand ich jetzt nicht so tragisch, bis auf die Tatsache, dass ich vor ’nem mir fremden Menschen halbnackt rumturnen musste. >.< Blutabnehmen ist da für mich in etwa.. so, wie ich sterben vorstelle.

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