Jede Entscheidung ist ein Massenmord an Möglichkeiten.

Natürlich kann man sich prima einreden, man ist absolut entscheidungsfreudig. Hat bei mir bisher auch ganz gut geklappt. Tatsache ist aber doch, dass ich es keineswegs kann. Ich lebe gefühlt in dem Kosmos einer Spätpubertären. Ich weigere mich beständig, selbstständig zu werden. Ich lasse Entscheidungen für mich treffen, um nicht dafür verantwortlich zu sein. Dahinter stehen zu müssen. Ja, es macht das Leben vermeintlich leichter. Jedoch auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Bis man in einem Alter ist, wo man Entscheidungen treffen muss, sich dazu aber absolut nicht in der Lage fühlt. Es so wahnsinnig viel Energie kostet & man sich nur noch verkriechen möchte, weil es so viel verändert & man evtl nicht die Stärke hat, dahinter zu stehen. Weil sämtliche Verantwortungen für diese Entscheidung auf Deinen Schultern liegt. Du damit alleine dasteht.

Es ist nicht mal so, dass ich die anderen Möglichkeiten sehe. Oder danach ‚Dieser Weg wäre besser gewesen‘ in Betracht ziehe. Demnach ist die Überschrift auch eher nicht zutreffend. Eher ist das ganze wohl meiner Phobie & extremen Bewertungsangst zuzurechnen. Diese gottverdammte Angst, in den Augen anderer Menschen etwas falsch gemacht zu haben. Etwas fatal falsches. Zu der Entscheidung, die ich getroffen habe, zu stehen. Mich unverstanden zu fühlen.

Nach dem Herzinfarkt meines Vaters nahm es dann ganz widerliche Seiten an. Ich war gerade auf dem Weg nach Hause, als mir bewusst wurde, dass das Ganze auch viel tragischer hätte ausgehen können. Das er genauso gut hätte umfallen können & das Zeitliche gesegnet hätte. Natürlich soll man nicht gleich das Worst Case Scenario rauskramen. Ja, natürlich passt das wieder zu meinem Muster. Glücklicherweise erkenne ich das ja auch 😉 Natürlich ist es so nicht passiert. Gott sei Dank. Jedoch ließ mich partout die Frage nicht los, was gewesen wäre, wenn. Man möge mich jetzt bitte nicht falsch verstehen, mich für egoistisch oder -zentrisch halten, natürlich habe ich mir Sorgen gemacht. Selbst als bis jetzt unoperierter Mensch bin ich mir die Risiken einer Operation bewusst. & dann beginnt es, dass man seine eigene Situation sieht. Welche jene gewesen wäre, dass ich allein dagestanden hätte. Ohne auch nur annähernd einen Plan vom Leben zu haben. & ganz dezent am Rad dreht. Schön, wenn man dann kein Medikament in Reichweite hat, welches gefühlte Horrorszenarien verringert. Einschlafen war die absolute Tortur, wenn’s dann doch mal geklappt hat, kamen irgendwelche wirren Träume. Besonders schön, wenn man nicht mal 10€ hat, um sich beim Arzt das verdammte Bedarfsmedikament zu holen.

& damit mich solche Horrorszenarien nicht weiter ereilen, wird nun daran gearbeitet. An all dem, was ich die letzten paar Monate schön vor mich hingeschoben habe. Denn vllt mag das Ganze stark sein. Blöderweise bin ich nur leider stärker.

Advertisements

~ von Miss Ann Thropy - 24. Januar 2011.

&, noch was zu sagen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s