So I start a Revolution from my bed.

Ich bin echt cool. Leitete ich doch gestern meinen Eintrag mit Es ist geradezu faszinierend, dass diese Gleichgültigkeit, aus der eine brutale Ehrlichkeit resultiert, echt Früchte trägt ein, ohne einen wirklichen Grund dafür zu nennen. Nicht das es bei mir relevant wäre, einen Grund zu nennen, aber da ich professionelles Attentionwhoring betreibe, sollten Gründe immer unter allen Umständen genannt werden.

Haha, dafür weiß ich nun nicht, wie einzuleiten ist. Wär es auf irgendeine Weise schmerzhaft drüber zu schreiben, würd‘ ich irgendwelche Ex-Schwangeren fragen, wie einzuleiten ist, kennen se ja, mit den Wehen. So bleib‘ ich wieder nur mir selbst überlassen.
So, ganz stumpf eingeleitet geht das ungefähr so – Bei gestern geschriebenem Artikel & auch diesem geht es mehr oder minder um die selbe Person. Auch wenn es manchmal den Anschein hat, ich sei über diese Person nicht hinweg, der Anschein trügt. Ich würde es eher als.. kurzfristige, wenn auch sehr einnehmende Sentimentalitätsnostalgie bezeichnen. Grundlegend ist es nämlich so, dass mir die Menschen, die ich dann auch wirklich an mich ranlasse, sei es vertrauenstechnisch oder körperlich, doch irgendwie am Herzen liegen & nicht egal sind & demnach auch einigermaßen wichtige Erinnerungen (gelegentlich sogar schöne) einnehmen.

Es ereignete sich also, dass mich dieser Herr vorgestern im ICQ ansprach, weil er meine Meinung zu einem Problem  mit seiner Freundin, auf das ich natürlich nicht näher eingehe, wissen wollte. Ich schlug ihm also meine ehrliche Meinung dazu unverfroren um die Ohren, wir diskutierten diesbezüglich dann noch ein bisschen, von Vorteil zeigte sich zumindest, dass wir beide selber Meinung waren, er fragte mich, was er nun schreiben soll (wtf?!), erklärte ihm dann ein weiteres Mal, dass er & ich wohl eine andere Interpretation von Beziehungsgesprächen haben, ich vermutlich anders handeln würde, was irgendwie ziemlich absurd war, denn ich würde vermutlich typisch männlich handeln, wohingegen er auf die weibliche Methode vertraut. Nachdem ich schlußendlich auch nichts brauchbares mehr dazu sagen konnte, für mich war nämlich so ziemlich alles ratsame schon erwähnt, kam dann seinerseits ein ‚Im Übrigen darfst Du, sofern Du das überhaupt möchtest, mich ebenfalls mit Problemen deiner Person bombardieren, wollt ich nur mal gesagt haben‘.

Haltet mich nun gerne für einen Unmenschen, die meisten Menschen würden sich wohl nun brav bedanken. Nicht so ich 😉 Gut, wir haben diesbezüglich auch ein bisschen Vorgeschichte. Ich war ja, wie gesagt, eine Male bei ihm, da war die Depression als auch die Sozialphobie so ziemlich at its best. Er hat mich immer von Bahnhof abgeholt, als auch hingebracht, wenn ich wieder nach Hause fuhr, in den meisten Fällen konnt‘ ich auch noch einigermaßen ruhig aufm Bahnsteig auf ihm warten, da er meist mitm Bus gekommen ist, es gab auch ein- oder zweimal den Fall, wo ich es definitiv vorzog, lieber unten im Tunnel zu warten. Ich glaub, für ihn war es auch immer ziemlich befremdlich, wenn ich ihn dezent zusammen geschissen hab, weil er mich hatte warten lassen. Wohl auch sehr befremdlich für ihn, als ich es sagte, ich mag Orte mit Massenaufläufen nicht, & so’n Bahnhof ist eben so ein Ort. Ebenfalls aber wohl auch sehr befremdlich, dass ich solche Orte eben auch nicht vermieden habe, was man mir, als jemanden, der sich mit Angstpatienten auskennt, zwar hoch anrechnen kann, für Normalsterbliche, die sich mit Angstpatienten ABSOLUT NICHT auskennen aber eher wie eine Art Ausrede oder Spinnerei aussehen lässt. Zumal ich halt nicht mal zu stark körperlichen Symptomen neige, weder Schweißausbrüche habe oder feuchte Hände.
Auch haben wir über meine Depression gesprochen, jedenfalls ansatzweise. Egtl tendierten wir mehr dazu über das Thema Arbeit zu reden & ich ihm versuchte zu erklären, inwieweit das mit der Sozialphobie zu tun hat (Arbeit = Bewertung = Hirnfasching ‚Ich kann das nicht & bin schlecht darin, alle anderen denken das auch‘ = Hirnfasching a lá Kurt Cobain ‚I hate myself & I want to die‘ = Depression). Es ist nun mal aber unmöglich, jemanden eine Depression erlebnisnah zu erklären, wenn der andere Mensch so etwas nicht mal ansatzweise hatte. Er sagte ja auch ganz klar, er kann den Gedanken, dass man sterben möchte, überhaupt nicht nachvollziehen. Da die meisten meiner Probleme aber eben damit zu tun haben, ist es doch sehr schwierig, einen Menschen damit zuzutexten, was los bei einem ist, wenn er es in keinster Weise nachvollziehen kann, in den meisten Fällen geht der Schuss sogar gewaltig nach hinten los. Es ist also nicht so, dass ich es nicht schon mal versucht hätte. Meine Antwort sah also dementsprechend nicht sonderlich dankbar aus, aber zumindest.. So sah sie jedenfalls aus.

Na ja, M.. Seien wir ehrlich & dazu neige ich im Gegensatz zu früher extrem.. Unsere.. Beziehung zueinander ist.. eher mau, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns in diesem Leben noch mal sehen eher gering, geschweige denn mehr als Bekannte werden. Das mein ich nun nicht böse, sondern egtl nur.. ehrlich. Wir unterhalten uns, wenn wir gerade niemanden anderen zum Unterhalten haben. & ich bezweifle eben auch, dass Du über meine Probleme Bescheid wissen möchtest, weil Du Dich vermutlich in meine Probleme nicht reinfühlen kannst, weil Du weder Depressionen noch ’ne Sozialphobie hattest. Ja, vllt auch schon mal Versagensängste oder Selbsthass, keine Ahnung, weiß ich nicht, kenn‘ Dich dazu nicht genau. Zumal ich so was eher persönlich bzw. am Telefon bequatsche. Gott, das klingt so böse, aber ist gar nicht so gemeint, vllt verstehst du, was ich meine.

Ich erwähnte bereits, dass ich ganz groß im Attentionwhoring bin, oder? Offensichtlich schaff ich es indirekt sogar, Gespräche in die Richtung zu lenken, dass es um mich geht. So auch diesmal. Es kamen Antworten, die mir dann sagten, dass ich in gewissen Punkten recht habe, dass ich so ehrlich bin echt gut gefunden wird, man sich trotzdem gern mit mir unterhält, egal ob das Gespräch nun von meiner oder anderer Seite kommt, aber wenn ich keinen Bock auf Schnacken hab, kann ich’s auch einfach sagen. Yay, endlich Interpretieren auch mal andere Menschen was in meine Aussagen rein, obwohl ich alles gesagt habe. Check Check. Fräulein Thropy antwortete wie folgt:

Nein, das ist es nicht. Wie ich eben schon sagte, ich mag Dich ja wirklich, vllt hätte ich mir sogar gewünscht, dass unser Kontakt noch ’n bisschen enger bleibt, also.. freundschaftlicher, Du weißt, was ich meine. Nur.. weißt Du, ich hatte bei dir schon immer das Gefühl, na ja, fast immer das Gefühl, dass Du mich doch irgendwie für dezent dämlich & bescheuert hälst, beschränkt, nenn‘ es wie Du möchtest. Das ich mich Dir irgendwie aufdränge. & natürlich hab ich das zeitweise getan.. Weißt Du, & irgendwie ist sich mir dieses Denken erhalten geblieben. Dass Du dich egtl nur mit mir unterhälst, wenn grad kein Anderer zur Stelle ist. Ob das nun faktisch so ist, kA.

& zum ersten Mal seit wir uns kennen, kommt sogar mal was wirklich ehrliches & nicht ausweichendes raus. Chapeau, lieber M.

Nein, ich habe & halte Dich nicht für dumm beschränkt oder ähnliches, wenn ich ehrlich bin, halte ich Dich eigentlich sogar für ziemlich schlau & habe Dich damals, als wir uns öfter getroffen haben, sogar meinen Freunden so angepriesen (klingt iwie doof is aber so^^) und evtl hast Du sogar recht, dass wir miteinander reden weil niemand anderes da ist, das trifft vllt sogar wirklich zu, wenn ich auf der Arbeit bin wo keine Sau online ist, jetzt allerdings nicht, mich hat wirklich DEINE Meinung interessiert

Das stellt nun so ziemlich jede Kommunikation, die wir seit wir real kennen, in den Schatten. Beängstigend, oder? Ja, geradezu ein bisschen traurig, dass wir es nie geschafft haben, einfach mal ehrlich & aufrichtig miteinander zu reden, sondern uns nur irgendwas Beiläufiges an den Kopf geklatscht haben. Uns Zeug vorgeheuchelt haben, nur damit man nicht als böse dasteht oder irgendeiner pissig ist.
Manche Erkenntnisse hätte man nun mal lieber einige Zeit vorher gehabt.

Egtl war mein Plan, heute irgendwas Revolutionäres zu tun. Aufräumen. Oder mal ’nen Tag mit zugezogenen Vorhängern verbringen.
& jetzt haben wir es auch schon wieder kurz vor zwei, ich bin immer noch ein verwöhntes Blag, dass seinen Kaffee mit Kondensmilch viel lieber mag, seine Antidepressiva seit 3 Tagen nicht mehr genommen hat, dafür aber das Buch gestern endlich zu Ende gelesen hat.
Falls ich aber doch noch irgendwas starten sollte (neben Einkaufen & baden), werde ich es euch wissen lassen. Denn ich bin eine Attention-Whore.

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~ von Miss Ann Thropy - 5. März 2011.

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