Warum CDs cooler sind als digitale Musik.

Ich habe die letzten paar Tage damit verbracht, meinen Ordner, der sich Alben nennt, anzuhören.
Dort sind alle Alben drin, die ich besitze, geordnet nach Künstlern.
Ausnahme sind dabei die ärzte & Green Day, die jeweils beide ’nen eigenen Ordner besitzen, da arg viele Alben & öfter mal drauf zugegriffen als auf die anderen.
Ich glaube, jetzt so im Nachhinein des Hörens & erscheinen dieses Artikels, sind gesamte Alben für mich meist bedeutender gewesen, als einzelne Songs. Ja, ganz sicher sogar.
Früher war es bei mir immer so, dass ich, wenn mir die ersten beiden Singleauskopplungen gefallen haben, entweder das Album gekauft habe oder es mir schenken ließ. Bis vor.. Lasst mich lügen.. Drei Jahren hab ich mir sogar noch CDs zu Weihnachten & zum Geburtstag schenken lassen. Oder habe sie ungefragt geschenkt bekommen. Da waren es dann meist einer meiner Lieblingskünstler, ich glaube, die letzte CD, die ich geschenkt bekommen habe, bevor es mit Multimediagutscheinen weiterging, war.. Rudebox von Robbie Williams. Ich glaube überhaupt, dass ich alle Robbie Williams-Alben, die ich im Original besitze, geschenkt bekommen habe. Bis aufs Reality killed the Video Star, was aber daran liegt, dass das, glaube ich, die letzte CD war, die ich mir gekauft habe. Aber Rudebox war das letzte CD-Weihnachtsgeschenk. Davor das Jahr gab es Intensive Care, überraschenderweise ebenfalls vom Robbie, davor das Jahr.. Gab’s auch irgendwas CDeskes, davor gab’s, zum Geburtstag, das weiß ich noch, American Idiot von Green Day, was es Weihnachten gab, weiß ich nicht mehr, aber davor wiederum gab es zu Weihnachten Encore von Eminem. Ach ja, & davor war wieder ein Robbie-Jahr, weil da gab’s Escapology.
Meinen absoluten Rekord an CD-Weihnachtsgeschenken hatte ich 2001, da habe ich Hybrid Theory von Linkin Park, Britney von Britney Spears & Chapter One von den Backstreet Boys geschenkt bekommen. Wie der Mix zustande kommt, weiß ich selbst nicht so genau, ist aber auch ziemlich egal, das zeigt, dass ich mich noch nie recht festgelegt habe & immer schon so kommerzielle Musik gehört habe. Mh, grad fällt mir ein, dass ich mir die frühen Linkin Park-Alben auch alle hab‘ schenken lassen.

Nun gut. Genug zu CDs, die eh keinen interessieren, geschweige denn, ob ich sie besitze & wie in Besitz jener gekommen bin.
(Ich schaue grad sowieso sekündlich auf die Zahl meiner Onlinekontakte im ICQ, weil UNBEDINGT noch ein Mensch online komme muss, um wieder ein Spektakel auszulösen.)
Früher jedenfalls hab‘ ich CDs bis zum Erbrechen hoch- & runtergedudelt. (Boah nein, nicht offline gehen..) Das lag vllt einerseits daran, weil man noch nicht so schnell genervt davon war, wenn man ein Album drei Stunden hintereinander hört. Andererseits natürlich daran, dass man viel zu faul war, die CD zu wechseln. Ein weiterer Grund ist natürlich auch das Gefühl von so einer massiven Geilheit, dass man nur DAS hören will.
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube, früher, als man noch CDs gehört hat, hat man Musik bewusster gehört. Man konnte sich auf die Musik so richtig einlassen. Man hatte irgendwo einen konkreten Anfang & ein konkretes Ende. Eben das Ende der Platte. & dann wurde noch mal auf Play gedrückt & weiter drauf abgefeiert.
& wenn dann mal ’ne CD gestunken hat, dann ist man in den Laden gegangen & hat sich eben ’ne neue gekauft. & dann fing die ganze Chose wieder von vorne an.
Ich höre Musik auf dem PC, knapp nachdem ich meinen jetzigen geholt habe. Das dürften nun fast 2 Jahre sein. Davor hab ich sogar fast anderthalb Jahre komplett ohne PC gelebt. Ich hab‘ ungefähr 2 Tage damit verbracht, meine sämtliche Musik von den CDs auf den PC zu ziehen. Damit wurde die Auswahl, der Sachen, die man alle auf einmal hören könnte oder zumindest schön hintereinander weg natürlich immer größer, & irgendwann hatte das Angebot die Nachfrage bei mir ganz klar überstiegen. Ich will nicht sagen, dass das Interesse weniger geworden ist. Ich liebe Musik nach wie vor, egal, wie sehr ich sie manchmal überkompensiere. Ich glaube nur, dass man irgendwann anfängt sie weniger zu schätzen. Das ist so, wie wenn man beim Einkaufen mit der EC-Karte zahlt. Statistiken haben bewiesen, dass man automatisch mehr Geld ausgibt, weil man den wahren Wert nicht vor Augen hat, da Geldscheine offensichtlich mehr Wirkung auf unser Gehirn haben als eine Plastikkarte.
So ist das bei mir mittlerweile, glaube ich, mit der Musik. Die letzten beiden Alben die ich so richtig abgefeiert habe, waren auch fast die letzten, die ich kaufte, bevor ich anfing, auf dem PC Musik zu hören. Die Wahrheit übers Lügen vom Farin Urlaub Racing Team. Ich lag stundenlang im Bett & habe dieser Platte einfach nur zugehört. & konnte einfach nicht genug kriegen. Ebenfalls übergeil, auch wenn viele Fans das anders sehen – .limbo messiah von den Beatsteaks, bei Sarah übelst drauf abgegangen, speziell als sie grad von der Nachtschicht kam, ich die Küche gemacht habe & nebenbei auf den Kleinen aufgepasst, ebenfalls gut in Verbindung mit einem Saufabend, an dem man den Nanana Nanananananana-Part von Jane Became Insane ganz hervorragend auch noch in einem Vollsuff hervorbringt.
Wenn ich mir dann überlege, auf welche Alben ich mich wirklich gefreut habe, das waren damals u.a. 21 Century Breakdown von Green Day & Battle For The Sun von Placebo, & wie.. Na ja, ich sag‘ mal, ich war nicht sonderlich begeistert & wie ich sie dementsprechend hab links liegen lassen, obwohl das zwei Bands waren, die ich egtl sonst bis dato immer als durchweg gut empfunden habe, zeigt vllt, was ich meine. Da war dann haufenweise andere Musik, dann man hören kann, die wesentlich cooler war, die man besser gefunden hat… Das mag jetzt alles daran liegen, dass ich die Alben wirklich grottig waren. Das mag vor allem aber daran liegen, dass man sich weniger damit beschäftigt, sich die Scheiße noch mal anzuhören, weil man für diese blöde Scheibe ja immerhin schlappe 12,99€ hingeblättert hat & man ja wenigstens irgendwas daran gut finden muss, weil man das blöde Ding sonst als Glasuntersetzer benutzen kann. Mittlerweile geb‘ ich mir eher selten Mühe, in irgendwas noch mehrere Male reinzuhören. Gut, ich hab mich mit dem Green day-Album abgefunden. & find’s auch nicht mehr sooo scheiße, auch wenn es mir zu sehr nach Queen klingt, ansatzweise. Ich mag Queen. Aber nicht Green Day, die sich als Queen verkleiden. Auch mit dem Placebo-Album hab‘ ich mich abgefunden. & auch mit dem schlechten Manson-Album, von dem er wenigstens selbst sagt, dass es scheiße war, & mittlerweile sogar teilweise sogar mit den aktuellen Linkin Park-Album. Schwer tu‘ ich mich teilweise immer noch beim Beatsteaks-Album aber ich bin in der Hoffnung, dass ich es mit ‚Ich liege im Bett & habe keinen Bock, aufzustehen‘-Musikhören hinbekomme.

Fakt ist jedenfalls mal, ich hätte mir früher wesentlich mehr ‚Mühe‘ gegeben, öfter in was reinzuhören. Mich mehr drauf einzulassen. Es ist vllt sogar zu mögen.
Digitale Musik ist ja auch nicht grundlegend scheiße. Du hast mehr Möglichkeiten, Bands kennenzulernen, reinzuhören, kannst Dir sogar Sachen besorgen, die Du damals aus irgendwelchen fernen Ländern hättest bestellen & ewig drauf warten müssen. & doch find‘ ich es irgendwie schade, dass die meisten ihre Musik nicht mehr auf einer runden, silbernen Scheibe besitzen. Ich sollte vllt auch wieder ein CD-Revival feiern. Hätt‘ ich ’nen funktionstüchtigen Player. Leider haben die Dinger bei mir ’n Mindesthaltbarkeitsdatum von anderthalb Jahren, wenn überhaupt. & dann wäre Musik auch für mich wieder irgendwie.. wertvoll.

PS: Ich vermute übrigens, dass es eine bald eine Liste mit den von mir abgefeiersten Alben gibt, ganz im Stil des oben verlinkten Artikels.
Weil Musik eben doch keineswegs egal ist.

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~ von Miss Ann Thropy - 7. März 2011.

7 Antworten to “Warum CDs cooler sind als digitale Musik.”

  1. Schön geschrieben. Kann das gut nachvollziehen. Ist ähnlich wie beim TV schauen. Das Angebot ist mittlerweile so riesig, das man es mehr über sich ergehen lässt, anstatt sich wirklich damit auseinander zu setzen und wirken zu lassen. Und das du Queen magst, lässt dich in meiner „Boah, ist die geil“-Skala noch weiter steigen :-p

    • Im Fernsehn läuft größtenteils aber auch nur grottiges Zeug 😉 Ich find, da sind die guten Ausnahmen eher selten.. & Musik find ich persönlich auch viel vielfältigerals TV. Aber na ja, ich schau auch nicht mehr so viel TV.. Ich sollte Dich übrigens an die Mini-Playback-Show erinnern. Ach ja, & nimm mich mal bei last.fm als freund an, hab’n neuen Account & so, der leicht infante Namen ging mir nämlich schon ’n bisschen länger auf die Nerven.

      • Ist angenommen, Buddy :-p
        Natürlich ist das TV-Programm schlecht, aber es gibt doch noch interessante, gute Sendungen, Filme, Serien, etc.. Aber wenn ich zurück denke, damals hat man sich noch wirklich Zeit genommen, hat sich sogar getroffen, um gemeinsam was anzusehen. Aber die Mühe macht man sich nicht mehr.
        Und ich denke, in Sachen Musik ist die Beschallung von überall auch so groß, das man sich die Zeit dafür kaum noch nimmt.

  2. […] deren Blogs ich verfolge und die in den letzten 2-3 Tagen ganz viele schöne, faszinierende, mich mitreißende, teils mich traurig machende Einträge verfasst haben. Macht mit der Schreiberei bitte alle ganz […]

  3. Habe mir gerade vorgenommen deinen Blog nachzulesen. Habe bis zum 07. März eben alles mitgelesen und gerade irgendwie das dringende Bedürfnis nachzulesen.

    Aber ich finde, du hast vollkommen Recht.
    Ich muss zugeben, ich besitze nur sehr wenige (originale) Cd’s. Ein winzig kleiner Teil sind davon Alben. Ich hatte damals das Problem, mich nicht wirklich in die Musik hinein zu finden. 1 Lied fand ich gut, Rest Scheiße. Deswegen hab ich mir auch nur in den seltensten Fällen ein Album gekauft.

    Ich überlege schon seit längerem, mir mal nach und nach die Alben zu kaufen die mich interessieren bzw. von den Künstlern die ich mag. Aber, wie du sagtest: Es ist teuer. Und bei mir noch ein weiterer Aspekt: Meine Bude ist nicht die größte, würde bedeuten, wieder ein Regal wo eigentlich überhaupt kein Platz mehr ist.

    Aber eigentlich find ich es so, so schade!
    Ich liebe z.B. Hybrid Theory von Linkin Park, habe es jedoch nur gebrannt. Mir reicht das irgendwie nicht mehr. Mal davon ab, dass die CD allerhöchstens in meinem Auto Einsatz finden würde oder um die Lieder auf den Rechner zu kopieren. CD-Player ist bei mir Fehlanzeige und mein iPhone hat kein CD-Laufwerk.

    Stattdessen habe ich lediglich ein paar Alben auf dem Rechner, die ich in der Regel kaum beachte. Ich glaube, mir würde es viel mehr bedeuten, wenn ich die CD’s auch hier daheim hätte. Man schaut tagtäglich drauf, die CD’s sind präsent und nicht irgendwo in den Untiefen des Pc’s.
    Momentan fängt es bei mir sogar an, dass ich mir gerne Hörbücher auf CD kaufen möchte. Vorher habe ich sie wenn überhaupt nur auf dem PC gehabt.. aber es reicht eben einfach nicht mehr – verstehst Du?!

    • Hach, die Brokkolisis, willkommen!
      Ja, versteh‘ ich. Das Problem daran ist eben, das ses teuer ist. Wobei es, wir haben hier zum Beispiel Müller, es auch so Aktionen gibt wie 4 für 20€ oder 4 für 5. Da kann man dann manchmal was gutes bei abgreifen. & manchmal lässt sich noch in Grabbelkisten bei großen Elektromärkten was tolles für günstig abgreife.

      Ich hatte halt wirklich meine Zeiten, wo ich wirklich total hibbelig auf Alben gewartet habe. & dafür dann auch wirklich jeden Preis gezahlt hätte. Mir fehlt das Gefühl einfach. & egtl ist es nur, weil das Angebot eben so groß ist. & so sehr eben die eigene Anfrage übersteigt. Dableibt dann einfach irgendwie nicht mehr Plat, sich auf was zu freuen.
      Das Schlimme daran ist ja egtl noch, wie man versucht, möglichst kostenlos (& natürlich illegal) an das Zeug ranzukommen. Das man selbst die Musik, die man mag oder gar lieb, nicht mehr wertschätzt. Ich nehm mich da selber nicht mal aus, wenn ich an das letzte Beatsteaks-Album denke. *hust*

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