Bewunderung.

Ich bewundere Menschen. Viele.
Manche mehr, manche weniger.
Bei den wenigsten würde ich es mir anmerken lassen.

Ich bewundere sie für ihre Art, sich ausdrücken zu können.
Ich bewundere sie, für ihre Art zu leben.
Ich bewundere es, wie sie mit Dingen umgehen.
Ich bewundere, wie sie in der Lage sind, die kleinen Dinge zu sehen.
Wahrzunehmen & wertzuschätzen.
Ich bewundere, ihre Art zu denken.
Ich bewundere, wie es sie nicht interessiert, was Andere davon denken.

Wir sind manchmal sehr von Medien geprägt.
Filme, Musik, TV, Bücher.
Mode, Schminke, Politik.
Kinder kriegen, Kochen, Erziehung.

Von letzteren dreien hab‘ ich so gut wie keine Ahnung.
Mit Ach & Krach kriege ich vllt das Kochen noch hin.
Zwar keine Haute Cuisine, aber zum Essen dürfte es reichen.
Abgesehen davon interessiere ich mich nicht mal dafür.
Nicht für Kinder, nicht wirklich fürs Kochen & erst recht nicht für Erziehung.
Wenn ich an Kinder denke, sehe ich, im Gegensatz zu vielen anderen Sachen, das Gesamtbild.
Das dort jemand ist, der dort vermutlich bis zu meinem Lebensende ist.
Manchmal denke ich auch heute noch, ich zerbreche an den Depressionen.
Auch wenn sie längst nicht mehr so stark sind wie vor meiner Einbuchung ins Hotel ‚Zur lockeren Schraube‘.
Manchmal vermisse meine alles einnehmenden Depressionen.
Manchmal vermisse ich mein Loch.
Ich weiß, das klingt hirnrissig. Aber man vermisst, was man lange Jahre hatte.
Was nun nicht mehr da ist.
Manchmal. Egal, wie schmerzvoll es war.
Ich will so was nicht in die Welt setzen.
Ein kaputtes Irgendwas.
Ich muss es auch nicht, ich weiß.
Abgesehen davon rasten sie alle, sobald sie das 12. Lebensjahr überschritten haben, gnadenlos aus.

Mode. Ich konnte nie wirklich was damit anfangen.
Ich habe nie so recht verstanden, wieso ich mehr Geld für eine Hose ausgeben sollte, als ich gewillt bin, pro Monat für Essen auszugeben.
Weil irgendeine Marke drauf steht. Doch, eine Ausnahme mach‘ ich:

Chucks
Aber selbst die kaufe ich nur im Angebot.
Mir wollte nie in den Sinn, wieso ich für eine Handtasche 80€ ausgeben soll.
Oder für ein Oberteil, das rein subjektiv doof aussieht, das halbe Monatsgehalt einer Frisörin auf den Kopf respektive den Verkaufstresen gekloppt werden muss.
Na ja, das mag vllt aber auch einfach nur daran liegen, dass ich mittlerweile relativ wenig besitze, auf dem nicht der Name irgendeiner Band prangt.
Verstehen tu‘ es trotzdem nicht.
Schminke, Make-Up & not down.
Ich weiß nicht, wieviele You Tube-Schmink-Workshops von 16- bis Mittzwanziger-Mädels ich schon gesehen habe.
Don’t get me wrong, ich hab‘ nix gegen Schminke. Ich schmier mir das Zeug sogar selbst in die Visage.
Aber für eine Nuance hier, ein bisschen Concealer da & dann machen wir da noch ein Highlight zwei Stunden Zeit hinblättern?
Ich verstehe es nicht. Mal wieder.
Mal abgesehen, das Schminken bei mir anders aussieht (irgendeinen dunklen Lidschatten & Kajal draufkloppen, Mascara, fertig), lass ich’s den Mädels ja.
Wirklich. Wir sind ja alle individuell & so.
Aber wenn es mir jemand begreiflich machen kann, wieso Mädchen die Hälfte ihrer Lebenszeit damit verschwenden, sich mit so was zu beschäftigen, dann wäre ich höchst entzückt & es gibt dann sogar eine Tafel Schokolade.
Politik. Ja, manchmal würde ich einfach gern davon verstehen.
Aber irgendwie überfordert mich das alles. Vllt bin ich auch zu doof, keine Ahnung.
Manchmal würd‘ ich gern ’ne Meinung dazu haben.
Hab‘ ich aber nicht. Nur kurz vor den Wahlen. Da mach‘ ich mir nämlich die Mühe, mich zu informieren.

Meine Prioritäten im Leben sind andere.
Auch wenn es mir so häufig schwerfällt, ist das, wofür ich mich noch am ehesten interessiere, das Zwischenmenschliche.
Ich würde lieber arm sein als ungeliebt.
Ich werde, abgesehen davon, dass sich da bis jetzt nichts erreicht hat, die Karriere nie über die Beziehung stellen.

Ich verstehe nicht viel von Filmen. Auch nicht von Musik. Von Büchern genauso wenig.
Doch. ich weiß, dass sie Sehnsüchte hervorrufen können.
Das sie einem eine Traumwelt aufbauen können.
Sei es eine Amelié, die es liebt, ihre Hände in Kornsäcke zu stecken.
Sei es wie in ‚Der kleine Prinz‘, wo voller Leichtigkeit gefragt wird, ob die Zeichnung, die Andere für einen Hut halten, nicht beängstigend wäre, weil es egtl eine Schlange ist, die eine Elefanten gefressen hat.
Seien es Lieder, deren eigene Geschichte man sich im Kopf aufgebaut hat.

Ich verstehe deswegen nicht viel davon, weil ich keine objektive Sichtweise dazu habe.
Ich könnte keine Rezession so etwas schreiben.
All das löst etwas in mir aus. Etwas nicht greifbares.
Sehnsucht. Träume. Illusionen.
Sie sind nicht bildlich, nicht greifbar.
Aber sie sind da.

Sie sind nicht Schweden. Sie sind nicht das endlose Abfeiern bei Hausparties. Sie sind nicht die Konzerte, die man sieht & gesehen hat & noch sehen wird.Sie sind nicht der Park bei Sonne & Bier. Sie sind nicht das weite Meer, stürmisch, aber doch entspannend. Sie sind nicht die Menschen, die man nicht kennt. Sie sind nicht das Gefühl, etwas Verbotenes getan zu haben, als man noch jugendlich war.

Sie sind nicht greifbar, sie sind schön, sie sind melancholisch.
& dann kommt der Alltag, der nächste Termin,die Routine.
& ich bemerke, ich wollte nie so sein. Ich bemerke, ich will nicht so sein.
& ich bemerke, dass selbst das greifbar Illusionistische nicht greifbar ist.

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~ von Miss Ann Thropy - 23. März 2011.

Eine Antwort to “Bewunderung.”

  1. Huhu – ich schenke dir hiermit einen Gutschein für eine Tafel Schokolade von myswisschocolate. Außerdem geht damit eine Spende nach Japan. Mehr dazu, hier, auf meinem Buchblog:

    http://tialdaliest.wordpress.com/2011/03/23/aktion-blog-aktion-fur-japan-von-my-swiss-chocolate-ch/

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