Frei sein.

Wieder versuchen wir uns eine Welt aufzubauen, in der alles okay ist.
In der wir beieinander sind & uns nichts aufhalten kann. In der wir frei sind. Du für Dich. Ich für mich. & mit viel Glück vllt sogar zusammen. Zusammen frei. Glaubst Du, dass es das gibt? Sich frei zu fühlen, obwohl man doch irgendwie an jemanden gebunden ist? Zu jemanden zugehörig ist?
Woher sollen wir das auch wissen. Wir können nur erahnen, was Freiheit ist. Wir träumen davon, frei zu sein.
Wir wissen, dass sie lügen. Das frei zu sein nicht heißt, machen zu können, was man will. Oder doch – Genau das ist es.
Doch sie glauben, dazu wäre nichts von Nöten. Nichts, was man sonst noch braucht. & dann denken wir uns, sie wollen uns verarschen. & ja, verdammte Scheiße, das wollen sie. Sie, die ihren blöden Job in irgendeiner Firma inne haben & auf Klassentreffen mit ihrem scheiß Auto prahlen. & sie wollen uns dann erzählen, wie einfach es doch ist, frei zu sein. Diese gottverdammten Wichser. Sie werden nie wissen, was es für uns heißt, frei zu sein.
Das für uns Leben nicht heißt, uns 10, 20 oder im schlimmsten Fall 40 Jahre tagein, tagaus in irgendeine Firma zu bewegen, die wir egtl hassen, der wir aber blöderweise loyal gegenüberstehen müssen, um uns die letzten 10 bis 15 Jahre unseres Lebens irgendwo ein kleines Häuschen auf Malloze zu gönnen. Sie werden nie wissen, was wir meinen, wenn wir sagen, dass wir praktisch gezwungen sind, genau das zu tun. Unseren Arsch, tagein, tagaus, in diese Firma zu bewegen. Weil wir nicht die Möglichkeiten haben, um frei zu sein. Frei zu sein, wie wir frei sein wollen. Sie werden einfach nicht begreifen, dass unsere Vorstellung vom Leben eine Andere ist. Sie werden nicht verstehen, dass wir nicht faul sind, sondern dass wir nicht das Leben führen wollen, was sie führen. Irgendein vorbestimmtes Leben, wie das Brät einer Wurst, die in den Enddarm irgendeines Tieres gepresst wird. Ein Enddarmleben. Scheißleben.

& dann kommen sie alle & erzählen uns, wir seien faul oder dumm oder auch einfach nur bescheuert. & wir wissen, dass sie die Dummen sind.
& wir diejenigen sind, die das Träumen nicht aufgegeben haben. Von einer Welt, einem Leben, in dem man glücklich sein kann. In der wir glücklich sein können. Ob nun miteinander oder nicht.
Aber wir wissen, dass es nicht so sein wird. & weil wir das wissen, spinnen wir es uns zusammen.
Weil wir uns so ähnlich sind. Weil Du der einzige Mensch bist, der mir trotz der Entfernung nah bist. Weil Du vermutlich der Einzige bist, der vermag, in mich reinzukriechen. Das zu empfinden, was ich empfinde.

»Hast Du’n Glück, dass ich Dich trotzdem mag.
»Ja, schon. Warum egtl?
»Na ja, u.a. weil ich Dich beschimpfen kann. & Du dann nicht sauer bist. & ich böse zu Dir sein kann & Du das total toll findest. Na ja, & ganz scheiße & ganz dumm bist Du ja auch nicht. Aber hauptsächlich ist es natürlich die ‚Guter Bulle, böser Bulle‘-Sache, Arschloch.

Ist es nicht verrückt, dass wir wie die Faust aufs Auge sind? Ich bin die Faust & Du das Auge.
Manchmal frage ich mich, ob Du es bereust traurig darüber bist, dass es irgendwann nicht mehr weiter mit uns ging. Wenn man mal bedenkt, dass es ein uns offiziell nie gab. &, bist Du? Denn, weißt Du, ich traue mich nicht zu fragen. Lieber bin ich, so wie wir sind. & träume davon, dass es so ist. & irgendwie bin ich manchmal ein bisschen davon überzeugt. & dann bleibt mir wieder nur tragischerweise zu sagen „Tja, hätteste mich mal behalten.“

& manchmal glaube ich den Scheiß sogar selber.
Das es alles wahr werden kann. Irgendwann.

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~ von Miss Ann Thropy - 5. Juni 2011.

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