Flashbacks.

Wenn ich es realistisch betrachte, ist es weniger so, dass ich einen Verhaltens-Therapeuten brauche.
Natürlich ist es ab & an so, dass ich mich fürchte es als unangenehm ansehe, an bestimmten Menschen vorbeizugehen, seien es Gruppen von Teenagern, die allesamt denken, ihrer wäre der dickste, Tussis, die eine von oben bis unten angucken, weil man eben nicht mit 150 Karat Falschjuwelen behangen ist oder eben auch einfach Menschen, die einem, aus welchem Grund auch immer, suspekt sind.

Zugegeben, ich habe immer noch Probleme damit, eigenständig zu sein. Wirklich. & es kommt mir auch sehr gelegen, dass ein Umzug ansteht, der soweit erstmal nicht voraussehbar ist. Ich würde mich selbst anlügen, wenn ich sage, ich würde ja tun, aber ich weiß ja nicht, wann. Ich weiß, dass es nicht gut ist. Ich weiß, dass ich Angst habe, das alles nicht zu schaffen. Das ich es nicht schaffe, auf eigenen Beinen stehen zu können. Ja, ich habe Angst, irgendwann durch meine Unzulänglichkeit, anfängliche Unfähigkeit & bestimmt auch Faulheit auf die Fresse zu fallen & auf der Straße zu landen. Ich weiß, dass dieser Fall wohl unwahrscheinlich ist & ich weiß auch nicht, wie oft wir das in der Körpertherapie in der Klinik schon hatten.

Aber um von diesem Thema mal wieder abzukommen – Ich denke, & das wirklich nach reiflicher Überlegung, was mir momentan eher was bringen würde, wäre ein Tiefenpsychologe. Ich weiß, ich rede nur ab & an über Sachen, die früher waren. Über ganz früher. Vllt liegt es einfach daran, dass ich einfach nicht weiß,wie ich es audrücken soll, dass es so ungenügend klingt, weil die Bilder immer mehr verschwimmen & dann plötzlich wieder da sind, als wäre man in diesem Moment.

Das ich nicht darüber schreibe, heißt jedoch nicht, dass ich nicht daran denke. Ich tue es jeden Tag. & an manchen Tagen kommt es alles wieder. Der Flieder, der Baum, unter dem ich lag, direkt gegenüber von unserer Wohnung, die Schaukel, der Schnittlauch auf dem Brot, das Maggikraut. Die Kneipe gegenüber des Gartens, von dem im Sommer immer ein leichter Bierduft rüberwehte. Der Sportplatz. Der Rhein. Die Parks. & alles, wirklich alles ist früher. Nein, es ist nicht wie früher, es ist früher.

Ich würde gern beschreiben, wie es sich anfühlt, aber ich kann nicht. Am ehesten könnte es wohl treffen, wenn ich sage, dass da ist mein Leben. Das bin ich. & irgendwann habe ich begonnen, mich in meinem jetzigen Körper einzunisten. Man kann nicht definieren wann, aber irgendwann war ich verschwunden. Das, was ich jetzt zu sein scheine, wirft so viele Fragen auf. das bin nicht ich. Es hat nichts damit zu tun, dass ich das nicht sein will, es ist einfach so als betrachte ich es durch das Leben einer anderen Person, die sie eben auch »Ich« nennen. Wie ein Parasit habe ich mich in den Körper reingefressen, um am Leben zu bleiben.

Es tut weh. Nein, es ist nicht nur anstrengend, es tut geradezu weh. Es tut weh zu wissen, dass dort etwas nicht abgeschlossen wurde. Es tut weh, immer wieder in Zeiten zurückzureisen, in denen ich ich war. Es tut weh, dass es nicht rückholbar ist.

& immer wieder blitzen sie auf, gute & schlechte Momente & lassen mich immer wieder an allem zweifeln.

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~ von Miss Ann Thropy - 19. Juni 2011.

2 Antworten to “Flashbacks.”

  1. Ich kann nachvollziehen wie Du Dich fühlst, denn ich leide oft unter ähnlichen Dingen. Mein Therapeut hat mir geraten mich darauf zu besinnen diesen Momenten nicht nachzutrauern und mich dorthin zurück zu wünschen, sondern dankbar zu sein, solch positive Bilder noch in mir zu tragen und sie so zu nutzen dass sie mir Kraft geben statt mich runter zu ziehen. Dazu gab’s dann noch spezielle Übungen um bestimmte Bilder mit bestimmten Gefühlen zu verknüpfen, also schon eher tiefenpsychologisch, von daher solltest Du das evtl. wirklich mal in Erwägung ziehen. Mir hat’s zwar nicht wirklich geholfen, aber nen Versuch ist es wert ^^

    • Ich hätte Deinen Therapeuten vermutlich zusammengeschissen. Bei mir passiert das ja eher unwillkürlich, aus irgendeinem einem.. Na ja, ich weiß nicht, ob man es Schlüsselreiz nennen kann, aber manchmal ist sicher einer da.
      Das Problem ist egtl, dass es sich so real anfühlt, aber nicht greifbar ist. Heißt, nicht rückholbar ist, so dass man eine richtige & nicht nur tranceartige Vorstellung hat.

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