Bis zum Zusammenbruch.

Auch wenn ich nicht bewusst behaupten kann, dass es mir schlecht geht, laufen bei mir neuerdings merkwürdige Filme im Kopf.

Dann sitze ich so rum & plötzlich fällt mir ein »Scheiße, ich habe Angst vor meinem Vater!« Komplett aus dem Nichts. & vllt ist es mir nicht urplötzlich eingefallen, sondern es ist irgendwie der Moment, in dem man es sich plötzlich eingesteht.
In dem man merkt, dass man gewisse Sachen nicht mehr vor sich selbst leugnen kann.
& wer will nach 6 Jahren Volljährigketsüberschreitung schon gerne zugeben, Angst vor jemanden zu haben, der einem egtl nahe stehen sollte? Auch wenn ich mittlerweile eingesehen habe, dass es eben nicht so ist & vermutlich auch teilweise daran liegt, dass ich es einfach nicht schaffe oder gar will, mich ihm gegenüber mehr zu öffnen, ist es doch irgendwie erschreckend, eine Angst entwickelt zu haben.

Vor meiner Klinikzeit war es zwar so, dass es öfter gekracht hat, aber ich habe nie behaupten können, Angst gehabt zu haben, wahrscheinlich auch, weil ich wusste, dass es wiederkommen würde. Weil meine Sicht auf die Welt so dunkel war, dass ich glaubte, ungenügend zu sein, falsch zu sein, nicht das Recht hätte, zu leben, anderen die Luft wegzuatmen, zu dumm zu sein.
Natürlich könnte ich nun noch analysieren, woran es lag & wer nun Schuld war, aber es ist irrelevant, weil ich letztendlich weiß: Ich war nichts davon.

So makaber es klingt, aber diese Gefühle hat auch ihren Vorteil.
Stellen wir uns vor, ich würde vor einem Berg stehen. Man kann drauf steigen, was allerdings der schwierige Weg wäre, oder man könnte einfach drum rum gehen.
Früher bin ich immer den bequemeren Weg gegangen. Einfach stur den Weg durch dunkle Wälder durchqueren, um auf die andere Seite des Bergs zu kommen. & diesen Weg hielt ich auch für vollkommen richtig, weil er mich ja letztendlich ans Ziel bringt. & wenn man dann eben über Steine oder Stöcke fliegt, so what.
Jetzt versuche ich also über diesen beschissenen Berg zu steigen. Mit der Gefahr, abzustürzen. Doch wenn man dann oben angekommen ist, kann man das Ziel schon sehen, auch wenn es nicht griffbereit ist. Man hat einen Ausblick auf die Wege, die nach dem Ziel kommen. Das Ziel nach dem Ziel. Oder so.

& während ich merke, was für eine gequirlte Kacke ich hier egtl rede, ist es eben so, dass ich jeden Tag mit der Angst lebe, wieder irgendwas nicht richtig gemacht zu haben. Wieder einen seiner Cholerischen provoziert zu haben. Weil ich eben so bin, wie ich bin.
Ich habe so eine Angst, wieder einmal Sachen an den Kopf geschmissen bekommen, mit denen ich nicht umgehen kann. Weil ich wieder & wieder anfange, an mir zu zweifeln. Mich wieder & wieder in Frage stelle.

& so kommt es, dass mir mein Kopf seit dem letzten Streit erzählen möchte, dass ich tun soll, was ich kann, auch wenn mein Körper nicht mehr will. & mein Kopf würde auch auf den Zusammenbruch zuarbeiten.

Mein Kopf & mein Körper halten nicht viel voneinander, habe ich das Gefühl. Irgendwann vor kurzem müssen sie sich verkracht haben & mich darüber im Unklaren gelassen haben. Herr Kopf fährt momentan einen ziemlichen Selbstzerstörungstrip. Er hält es plötzlich für äußerst cool, die Tabletten abzusetzen & auf Entzugserscheinungen zu hoffen, um wenigstens richtig abgefuckt zu sein. Herr Körper quatscht ihm dann dauernd dazwischen & erzählt irgendwas von »Heeeey, aber das passt nicht zu meinem Plan, annähernd human auszusehen!« & so kloppen sich die beiden dann darum, wer nun recht hat.
Wer gewinnt, brauche ich, nehme ich an, nicht erläutern.

So kam es dann auch, dass ich heute früh im Bett lag & mein Herz vom einen Moment auf den anderen wie wild anfing zu schlagen. Kommt MC Kopf so & findet’s voll toll »Yay, endlich was los in der Bude!«  DJ Body ist allerdings gar nicht erst zum Battle angetreten & somit geht die Runde gleich an den MC.

& so frage ich mich nun also, ob mir mein Kopf unterbewusst mitteilen möchte, dass es mich hasst. Momentan spüre ich bewusst nämlich keinerlei Selbsthass.

Vllt sollte ich mich mit meinem Körper zusammen tun & wir bashen MC Körper mal fett ins Aus.

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~ von Miss Ann Thropy - 18. Juli 2011.

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