Auch Musiker irren sich mal..

Wieder & wieder. Immer.
Ich bin so dumm. So unglaublich dumm & naiv. Falle immer wieder darauf rein. Falle immer wieder auf die Fresse. Lasse auf mich einprügeln & treten, um aus diversen Körperteilen blutend liegen gelassen zu werden.

Das Einzige, was zurückbleibt ist dieses Gefühl. Immer weiter zu fallen. & da sind nicht mal Tränen. Wahrscheinlich wissen sie selbst schon, dass sie sich nicht lohnen. Aber der zugeschnürte Hals, der bleibt. Die Unfähigkeit, atmen zu können. Zu wollen. Die Hoffnung, an diesem elendigen Kloß im Hals zu verrecken.
& die leeren Versprechungen. Das Warten. Das Verzweifeln. An sich & an den Anderen. Das bleibt. Die Welt, die zusammenbricht, wenn Menschen, in die man Vertrauen setzte, vor den Kopf stoßen. Einer der letzten Menschen, in die man sein Vertrauen setzte.
Pathetisch. & würden sie um ihre Wichtigkeit wissen, diese Personen, möchte ich hoffen, dass sie ihr schlechtes Gewissen bestialisch quält.

Würde ich in ihrer Welt nur annähernd so viel Wichtigkeit einnehmen, wie sie es in meiner tun taten.. Dann bemüht man sich doch, das einzuhalten, was man sagt, oder? Dann versucht man doch zu verstehen, dass man sich ein kleines bisschen anstrengen muss, nicht wahr? Das macht man in Beziehungen jedweder Art doch so, ist es nicht so?
Natürlich enden manche Sachen in einem Faux-Pas, aber… Den selben Fehler immer & wieder zu wiederholen ist… Verletzend. Verstoßend. Dumm.
& ich bin die Dümmere, weil ich immer wieder drauf vertraue, dass es nicht wieder passiert.  & doch wieder auf mich einprügeln lasse. Emotional. Mich immer wieder auf diese Höllenfahrt begebe, die sich Vertrauen nennt. Da möchte ich glatt mal wieder ein Scrubs-J.D.-Zitat in den Raum werfen.

 »Ich bin narzisstisch, pessimistisch, habe Wahnvorstellungen, bin unsicher & ich habe so viel Angst vor einer Bindung, dass meine Beziehungen selbstzerstörerische Höllenfahrten sind, die unausweichlich brutale Verzweiflung & zertrümmerte Erwartungen über mich bringen…

Fühle mich aber weniger wie ein John, als mehr nach einer… Sieglinde, Frauke, Heike, die nach etlichen Prügelattacken ihres Mannes unter Vollrausch ins Emo-Frauenhaus flüchtet. Egtl will man da nicht hin, weil der Mensch ja egtl nicht so ist & doch führt kein Weg dran vorbei.

Die letzten Tage. Viel zu viele Gedanken von viel zu unwichtiger Natur. Dafür aber einnehmend wie die Kiste Bier des Fußballfanatikers an einem Samstag Nachmittag. Die Erkenntnis, dass nicht mal Lesen gepaart mit Beruhigungsmitteln funktioniert. Gedankenkreise. Schlaflos. Starker Drang, sich selbst was richtig fieses anzutun. Aber mit Bedacht. Bin schließlich noch nicht so kaputt, dass ich sterben möchte.
Sich selbst davon abhalten. Sieht ja auch nicht schön aus. Hab ich mir schon so oft anhören dürfen. & man rennt auch nicht einfach ohne zu klopfen in Badezimmer, wenn dort grad jemand drin ist, ihr Pissnelken.

Es ist eine bittere Erkenntnis zu wissen, dass der einzige Mensch, auf den man vertrauen kann, man selbst ist. & selbst das ist in meinem Falle gelogen. Es ist.. Als würde ein Pfeiler weg brechen, ein tragender Pfeiler & man selbst ist das Gebäude. Zwar könnte man es mit viel Arbeit & Zeit wieder herrichten, aber es wird nie wieder wie das Gebäude sein, welches es vor seinem Einsturz war.

Placebo have been wrong.

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~ von Miss Ann Thropy - 18. Oktober 2011.

8 Antworten to “Auch Musiker irren sich mal..”

  1. Ich will nicht sagen, dass ich weiß, wie du dich fühlst. Ich kann es höchstens erahnen. Eine lange Zeit habe ich selbst oft an ein Zitat von J.D. denken müssen:

    But in the end the most important thing to accept is: No matter how alone you feel, how painful it may be… With the help of those around you, you’ll get through this, too.

    Aber je öfter man auf die Fresse fliegt, je öfter man „ein einziges mal noch“ vertraut, desto schwerer fällt es, daran zu glauben. Möglicherweise passt mittlerweile eine Stell aus einem Hosensong besser:

    Weil er so schöne Luftschlösser bauen kann,
    zieht sie jedes mal dort ein und glaubt daran.
    Und wenn er alle diese Pläne dann wieder umstößt,
    steht sie mit leeren Händen da.

    • Ich finde es immer ein bisschen problematisch, etwas Gefühltes in ein Zitat umzuwandeln. Es mag für andere vllt verdeutlichen, aber man wird nie das selbe Gefühl erreichen, welches der Andere fühlt, weil es eben von Mensch zu Mensch unterschiedliche Empfindungen (oder gar keine) auslöst.

      Aber um eben genau darauf zurückzukommen. Ich denke, es ist immer eine Sache zwischen dem Alleinfühlen & dem Alleinsein. Natürlich fühle ich mich allein. & wahrscheinlich bin ich nicht allein. Aber es ist niemand around me, niemand wirklich Greifbares, jemand zum Anfassen, in der näheren Umgebung. Die around mes, zu denen ich annähernd so etwas ähnliches wie Vertrauen oder so habe, sind minimum 100km entfernt & sieht man vllt einmal im Jahr. Faktisch bin ich also nicht alleine. & bin es doch irgendwie, weil dort eben die Entfernung in der Gegend rumliegt. Da kann einfach kein „Ich komm nach der Arbeit rum!“ oder „Ich komm vorbei!“ dazwischenkommen. Meiner bescheidenen Meinung nach ist es also auch ein Alleinsein.

      Ich weiß nicht, ob ich mich reinsteigere. Ja, vllt tu ich das. Vllt ist es mir alles allein aus dem Grund schon wichtiger, weil mir eben die around mes fehlen, im Gegensatz zu den anderen Leuten. Ich weiß nicht, ob es angelernt ist, ob ich es mir selbst (unbewusst) beigebracht habe, Leuten zu misstrauen, die mir immer wieder leere Worte predigen, um mich vom angeblichen Gegenteil zu überzeugen. Wenn man mich früge, liegt es daran, dass ich es von Zuhause kenne. Aber das ist ein anderes Thema. Oder auch nicht. Egtl ist es das Selbe, nur mit Personen, die nicht mit mir verwandt sind.Zumindest erachte ich es nicht als nötig, dass hier zu erläutern, vllt schreibe ich dazu mal einen Artikel. Oder auch nicht.

      & somit haben wir einen Kommentar, der fast länger ist als der Artikel selbst.

  2. Der Onkel Chris hat wieder voll den Klugscheisser-Tipp für Dich. Da ich nicht so der empathische Typ bin, aber Dir dennoch signalisieren möchte, dass es mir nicht gänzlich egal ist wies Dir geht, lass ich ihn einfach mal vom Stapel: Sei nicht das Gebäude, das auf irgendwelchen scheiss instabilen Säulen steht, sei die Säule. Klingt fast wie aus Karate Kind oder so, Mr. Miagi hätte sicher was Ähnliches gesagt 😛 Jetzt wo ichs weiss auf schwarz les‘ klingts sogar irgendwie noch viel schlechter als ich vermutet hätte.

    • Ich habe Karate Kid nie gesehen. Um ehrlich zu sein hab ich’s auch nicht vor. Klingt für mich aber sowieso eher ein bisschen nach (tut mir leid, das sagen zu müssen :/) Angelika Kallwass.
      & ich denke, wir sind uns einig darüber, dass Tipps als solche ja sicher ganz super sind, vor allem aber einfacher ausgesprochen bzw. -geschrieben als gemacht. In den meisten Fällen gibt es ja seine Gründe, wieso man sich aus irgendwelchen Gründen verhält wie man sich eben verhält oder denkt, was man eben denkt, ich vermute, das kennst Du aus eigener Erfahrung.
      Letztendich verhalte oder denke ich auch nur aus Gründen & Erfahrungen, so wie ich es eben tue. Das es nicht richtig ist, wie es ist, das weiß ich. Selbst wie es anders laufen müsste, weiß ich ebenfalls. Nur ist das Gefühl wesentlich stärker als der Verstand & relativiert das Rationale.

  3. Ich finde, Alleinfühlen definitiv schlimmer, als Alleinsein. Naja, vielleicht. Also, angenommen, du bist nicht allein, fühlst dich aber dennoch so. Ganz großer Mist. Aber du hast absolut Recht ; Die Möglichkeit, mal eben vorbei zu schauen, ist leider viel zu oft nicht mehr da, was vieles zu einem großen Problem werden kann. Mir fehlt nach wie vor der „Kumpel“, zu dem ich mal eben laufen kann. :S

    • Es liegt nicht in meinem Ermessen zu sagen, was schlimmer ist, höchstens was ich als schlimmer empfinde. Ähm.. & den Rest hab ich als solches egtl auch oben geschrieben.

  4. Du legst wieder jedes Wort auf die Goldwaage :-p
    Und ich weiß, dass du es oben schon geschrieben hast, ich wollte dich damit nur bestärken 😉

  5. […] vor längerer Zeit gelesener, aber trotzdem zeitloser und im Gedächtnis gebliebener  ReComment einer großartig sprachbegabten Bloggerin, den ich jetzt aus Zeit- und sonstigem Mangel einfach mal […]

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