Drei Schritte vom Abgrund entfernt.

Herzrasen. Zittern. Übelkeit. Nahende körperliche Ohnmacht. Schwindel. Kopfschmerz. & auch im Bauch rumort es heftig.

Dienstag ist also dieser Termin. & ich habe nicht mal annähernd eine Ahnung, wie ich ihn überstehen soll. Ich habe nicht mal eine Ahnung, wie ich das mit den Bewerbungsunterlagen hinbekommen soll. Ich habe diesen Gedanken so weit weg geschoben. Weil ich ihn einfach nicht zu lösen wusste. Nicht zu lösen weiß. Nicht mal meinen Lebenslauf zusammenbekomme. Nicht im Kopf, nicht auf Papier. Ich habe irgendwann mal was gemacht, um es abzubrechen. Meist. & danach bin ich konsequent der Aufgabe des Durchdrehens nachgegangen. Ist ja auch lebenserfüllend. Hobbys hab ich nicht, weil ja, wie gesagt, Durchdrehen schon sehr einnehmend ist. Kenntnisse sind in Depression, Vermeidungs- als auch Fluchtverhalten ausreichend vorhanden.
Letztendlich weiß ich immer noch nicht, was ich nun tun soll. Ohne auftauchen? Wie bestrebt kann man das denn bitte nehmen? Mir sagen lassen, dass ich mich ’nen Scheißdreck bemühe? Mir irgendeinen Rotz aus den Fingern saugen? & an wen? Irgendeine Stelle raussuchen & ab dafür? Zugeben, seit Jahren keine mehr geschrieben zu haben? & wie soll das überhaupt werden, wenn mich so simple Sachen wie beschissene Bewerbungen schon restlos überfordern?

Flüchten. Ich möchte so gerne flüchten. Nicht hingehen. Mir nicht die Blöße geben. Weiß doch, dass mit mir vermutlich nicht zu arbeiten ist. Schließlich werde ich in weniger als einem halben Jahr auch schon 25. Dann muss ich annehmen, was mir angeboten wird. Ob ich es aushalte oder nicht. & ich muss ausziehen. Will ausziehen. gehe hier sonst kaputt. Kaputter als ich es schon bin.

Weiß nicht, wie es schaffen soll, zu arbeiten. In mir ist so viel.. anderes. Kann mir nicht vorstellen, so zu tun als sei nichts, als wäre die Welt in Ordnung, wo sie es doch nicht ist. Will & kann nicht verbergen, dass da für mich andere Sachen ablaufen. Kann mir nicht vorstellen, dass alles was ich tue, arbeiten & anschließend unter dem Leben leiden soll.

Momentan viele Gedanken, die sich überschlagen. Sollte & möchte selbstständig sein. Möchte mein eigenes Leben. Möchte meine Ruhe. Äußerliche Ruhe. Viel äußerliche Ruhe. Kein Gehuste. Keine lärmenden Nachbarn. Keinen Druck. Möchte Hilfe. Will keine Hilfe. Überlegungen, wieder in die Tagesklinik einzubuchen. Will nicht. Will doch. Will das es einfach aufhört. Will mich verkriechen & das die Welt verschwindet. Will weg. Will vertrauen. Will nicht ausgenutzt werden. Will kein Ziel für leere Worte sein. Will einschlafen. Nie mehr aufwachen. Will irgendwelchen Sinn in Sachen sehen. In all diesen Sachen.

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~ von Miss Ann Thropy - 4. November 2011.

4 Antworten to “Drei Schritte vom Abgrund entfernt.”

  1. nimm doch gar keine bewerbungsunterlagen mit und beschreib dem menschen dort einfach erstmal deine situation. es gibt auch spezielle sachen vom arbeitsamt aus für menschen mit psychischen problemen. vielleicht wäre das ja was für dich. aber wie gesagt ich würde denen da einfach die aktuelle situation erklären und fragen was sie dazu meinen. 🙂

    • Erstmal Hallo & Willkommen!
      Ich habe mich jetzt (vllt auch letztendlich aufgrund Deines Kommentars ;)) dazu entschieden, zwar einen Lebenskauf & mein letztes Zeugnis mitzunehmen, das mit dem Anschreiben aber zu lassen. Letztendlich bringt all das Lügen oder so tun als ob ja nichts.
      Geschrieben habe ich schon in dem Fragebogen, dass ich sehr lange aufgrund psychischer Krankheit nicht am Arbeitsleben teilnehmen konnte & deswegen erstmal erfahren möchte, was ich tun könnte.
      Ich habe trotz allem irgendwie Angst, dass ich nicht wirklich ernst genommen oder als faul angesehen werde. Auch wenn ich es, rein offensichtlich versuche.
      Danke für Deinen Kommentar. 🙂

  2. Ist es nicht scheiß egal was die Sachbearbeiterin vom Jobcenter über dich denkt? Du willst doch schließlich nicht dein Leben mit ihr verbringen und das ist doch zunächst einmal etwas positives. Du hast jetzt zumindest mal einen Anfang gemacht. Vielleicht kannst du ja wirklich etwas interessantes aus dem Gespräch mitnehmen und wenn nicht, dann bist du trotzdem keinen Schritt zurückgegangen.

    Wenn du Hilfe bei deinen Bewerbungsunterlagen brauchst, meld dich ruhig bei mir.

    • Sachlich richtig, dass es egtl egal ist. Was nichts daran ändert, dass ich trotzdem Angst vor der Reaktion, dem Gespräch, meiner Wirkung auf diese Dame, etc. habe.
      Rein rational ist mir das auch alles bewusst, auch, dass es was positives ist, diesen Schritt getan zu haben. Letztendlich kann ich sogar behaupten, dass es gut & positiv ist, mich dieser Situation zu stellen, auch wenn ich am liebsten flüchten & nicht hingehen möchte. Wahrscheinlich kann ich sogar so weit gehen & sagen, dass ich nicht versuche, mich auf meiner Phobie auszuruhen, da ich ja Dinge tue, die mir panische Angst machen.
      Was aber eben nichts dran ändert, dass diese Angst, die Befürchtung, das Stück gesunden Verstand sehr gern ausknocken würde. 😉

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