Es heißt, das jedes Ende auch ein Anfang wär.

& irgendwie war es für mich immer das Liebeskummerlied schlechthin. Pathetisch & doch so einfach. & irgendwie machte es alles besser, zumindest ein bisschen & man fühlte sich verstanden. Dann rann Flüssigkeit aus Gesichtsöffnungen & man sammelte in weiser Voraussicht die Taschentücher mit denen man sie auffing, diese Körperflüssigkeiten, nur um später (Tage, Monate, Jahre) diesen Herzensbruch nostalgisch zu zelebrieren & sich einzureden,dass es doch alles gar nicht so schlimm war. Um dann, in den sentimentalen Gefühlen gefangen, vor sich selbst kapitulieren & einsehen muss – Doch, es war so schlimm. Jedes Mal war es so schlimm.

Jetzt, heute, an diesem Abend, just in diesem Moment, läuft es wieder. Auf Heavy Rotation. Ich sitze also hier & denke mir: „Geil. Ich bin so simpel wie dieser Song.“ & egtl weiß ich, dass es nicht stimmt, weil da zu viel Chaos für zu wenig Kopf ist. Wäre mein Kopf ein Lied, hätte es ein Intro, in dem erstmal ’ne Menge Leute durcheinander quatschen. So ungefähr… ’ne halbe Stunde. Danach würde ein typisches 3Minuten30-Stück anfangen, das keinerlei Bezug zum Intro hat, dafür aber nach einer Mischung aus irgendwas melancholisch klingendem (vllt von Yann Tiersen), klugpoetisch angehauchtem (Tomte oder Gisbert zu Knyphausen) & Gitarrenschrammeln diverser Rock- & Metal-Ordnungen (dä feat. Alexisonfire feat. System Of A Down feat. irgendeine andere x-beliebige Schrammelband mittleren Niveaus) klingen. Vllt auch noch eine Prise The Mamas & The Papas o.ä., aber nur das Zeug, dass einem ein trauriges Gefühl hinterlässt. & enden würde es mit einem sehr langgezogenen psychotischen Outro. Vllt was mansoneskes, was er gerne mal in den Hidden Tracks versteckt. & zum Schluss kommt ein Hidden Track, der einem einfach ’ne halbe Stunde auf die widerwärtigste, schrillste Weise ins Ohr schreit.
Da wäre einfach schlichtweg zu wenig Musik für zu viel Text. Das wäre ein ziemlich langer Song. Das ist zwar immer noch ein Fliegenschiss gegen das Lied ist, das 1000 Jahre lang spielt. Es ist aber trotzdem, oder vllt auch gerade deswegen, beruhigend zu wissen, dass er immer noch spielt, wenn mein Kopf irgendwann die Schnauze hält.

Jetzt, heute, an diesem Abend, just in diesem Moment sitze ich also hier & denke mir ambivalentes Zeugs zusammen. & dieses Lied ist mit mir hier & singt mir die Wahrheit ins Ohr. & ich sitze dann hier & denke „Nun ja, Liebeskummerlied. Hallo Liebeskummerlied. Möchtest Du ein Lied für die ganzen enttäuschten Herzen sein, die hier in diesem Raum rumsprudeln?“ & dann antwortet mir das Lied „Es ist vorbei, vorbei, vorbei.“ & dann sitze ich hier & denke „Wie wahr.“ & denke & rede mit mir selbst über Liebe. Da sage ich so Sachen wie „Liebeskummerlied klingt so pathetisch & außerdem unpassend!“ & dann antworte ich mir mit „Aber Liebe gibt es doch in diversen Variationen. Da hätten wir die Pralinenschachtel. Das ist im günstigen Falle so was wie die Familie. Die meisten schmecken, die mit Alkohol nicht so, aber da muss man eben durch. & da ist die 500g-Dose Haribo Colorado, die so was wie Freunde sind, irgendwie bunt gemischt, manches lässt man liegen weil man kein Laritz oder Schaumzeug mag, aber zur Not greift man trotzdem drauf zurück. Dann ist da noch die Tafel Schokolade, deren Belag & Inhaltsstoffe man sich selbst auswählen konnte. Das ist so was wie die Beziehung. & manchmal stellt sich eben raus, dass die Smarties, die man geordert hat, doch nur M&M’s mit Schoko anstatt Nuss sind. & manchmal, manchmal ist da eben auch die Kinderschokolade, die eben so ist wie sie ist, weil sie eben so heißt.“ Dann sitze ich hier & lasse das gedanklich nachklingen & weiß, dass ich Recht habe.

Jetzt, heute, an diesem Abend, just in diesem Moment sitze ich also hier & mache aus dem Liebeskummerlied ein Enttäuschungslied & wieder ein Liebeskummerlied. Gefühlskummerlied.
Ambivalent bleibt es trotzdem. Du fehlst mir. & irgendwie ist es mir doch so egal.
»Es dauert noch bis ich begreife was das heißt – Es ist vorbei.«
& es ist so, als würde irgendwas wichtiges in mir fehlen. Meine zweite Niere.
& irgendwie schaffe ich es weiterzuleben & verstehe den Sinn dahinter doch nicht & weiß, dass da was fehlt & weiß nicht, was es ist & noch viel weniger weiß ich, wo sie das Ersatzteillager versteckt haben.
& ich bin so sauer & enttäuscht & traurig. Aus Gründen. & dann denke ich, dass es alles doch gar nicht so schlimm war. & es war schlimm. Jedes Mal. Jedes verdammte Mal.  & ich frage mich, wie ich es schaffen soll, jemanden wieder so nah an mich ranzulassen. Mit dieser Naivität, die ich jedes Mal an den Tag die Nacht legte.
& jetzt fühlt es sich an, als sei nichts passiert, nicht, weil nichts passiert ist, denn es ist sehr wohl etwas passiert, sondern nur, weil es immer wieder passierte. & ich offen war & doch nicht offen genug, um zuzugeben, dass ich es einfach nicht ertrug. Sachen nicht ertrug, nicht, weil sie von Dir kamen, sondern weil ich sie (vermutlich) auch so nicht aushalten hätte können. Du hast diese Wirkung nur verstärkt. Unabsichtlich, vllt, dafür umso tiefschürfender.
& egtl geht es nicht mal darum. & wenn ich wüsste, worum es geht, wäre ich selbst um einiges klüger. Aber wahrscheinlich geht es einfach darum dass Du alles für mich hättest sein können. Frag nicht, auf welche Art. Ich weiß es nicht. Auf irgendeine. Auf unsere verquere Art. & das ist fatal & romantisch & romantisch will ich gar nicht sein & finde das doof & mich finde ich auch doof. Irgendwie.
& weil Du alles hättest sein können, wirst Du eben zu Nichts.

Jetzt sitze ich also hier & höre mir selbst beim Lügen zu. Begreife es & begreife es doch nicht. Es zerreißt mich, doch es gibt keinen Weg hinaus. Es zerreißt mich zu bleiben, es zerreißt mich zu gehen, es zerreißt mich auch, eine Entscheidung zu treffen. Das alles zerreißt mich & ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, weil es mich nicht kalt lässt & doch nur ein dumpfes Gefühl in der Herzgegend ist. Nicht emotionales, was irgendwie raus will, mehr der erste Körperkrieg. Oder zweite, dritte, vierte oder auch siebenhundertdreiundzwanzigste. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. & doch ändert das alles nichts daran, dass Du mir fehlst. Irgendwie. Dumpf.

»& nichts in der Welt wird es je wieder gutmachen können…«

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~ von Miss Ann Thropy - 11. Dezember 2011.

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