& es wird immer besser.

Fände ich Füße nicht so unglaublich hässlich, würde ich nun ein Photo von meinen machen. Was heißt hier egtl Füße, es ist mehr so der Zustand: Blase. Meine Füße sind eine einzige Blase, tun verflucht weh, beim Versuch zu laufen breche ich in regelrechte Schwindelanfälle aus & insgeheim frage ich mich, was mich dazu trieb, mich heute von meinen treuen & vor allem geliebten Chucks abzuwenden & Schuhe mit Absatz (!!!!) anzuziehen. Noch weniger verstehe ich, wie Menschen sich das täglich antun. Ich bitte um Aufklärung.

Passend zu meiner Ankunft bei der Arge hab ich mir, klug wie ich bin, noch das Bein verdreht. Zumindest das schmerzt nicht mehr. Seht ihr, wie unglaublich positiv ich bin? & jetzt alle so: Yeah.

Was kam nun also raus? Wir wollten ja das Ergebnis besprechen. Wie ich bereits sagte, kommt nun wahrscheinlich eine Reha-Maßnahme. Das heißt, dass ich nun einen Fragebogen über meine Gesundheit ausfüllen muss, meine Ärzte der Schweigepflicht entbinden muss (& momentan egtl nicht so recht weiß, ob mein Hausarzt auch dazugehört, da er ja die Entlassungsberichte der stationären Behandlung bekam), dieses dann wieder zur Arge bringen muss & sich die Reha-Stelle dann bei mir meldet. Dooferweise ist mir aufgefallen, dass meine letzte wirkliche Behandlung im April/Mai war. Gut ein halbes Jahr. Ich hoffe, dass es trotzdem irgendwie anerkannt wird… Das ich mich mehr hätte bemühen können, darüber möchte ich hier nicht reden,  denn das weiß ich selber. Also wäre ich überaus entzückt, wenn ihr es euch auch spart 😉

Was ich darunter verstehen darf, habe ich auch gleich gefragt.  Letztendlich wollte sie nämlich wissen, ob es für mich überhaupt in Frage käme, von hier wegzugehen, denn solche Maßnahmen sind in solcher Entfernung,dass es unmöglich wäre zu pendeln. Ich käme dann also in eine Maßnahme, in der ich verschiedene Dinge ausprobieren könnte & sehen kann, was mir gefällt. Ich würde dann internatsmäßig untergebracht. Das wäre an sich kein Problem, aber wisst ihr, was mir wirklich kurz in den Kopf schoss? Oha, das wird eine lange Zeit ohne Internet. Mal von den üblichen Sorgen abgesehen.
Versteht mich nun nicht falsch, ich weiß, dass ich momentan eh viel zu viel Zeit im Internet verbringe & deswegen es wohl gar keine so schlechte Idee wäre, mich mal davon wegzubekommen, mir ein normales Verhältnis zum Internet zu verschaffen. Wirklich, ich wäre dafür sogar dankbar, es sei denn, ich ersetze das Internet durch viele Bücher, so wie ich es beispielsweise in der Klinik tat. Da war es mir ja unmöglich, abends ins Internet zu gehen, stattdessen hing ich spätestens um acht minimum anderthalb Stunden im Bett mit meinem Buch. Ich habe auch gemerkt, dass mir das wirklich gut tat, speziell, weil so eine stationäre Behandlung einem mächtig Kraft raubt, man abends tierisch groggy & froh ist, im Bett zu sein. Ich hätte, selbst wenn ich ins Internet gekonnt hätte, nicht wirklich Lust darauf gehabt.   Allerdings war die Zeit abzusehen, wann ich wieder gekonnt hätte, nämlich am Wochenende. So ist es aber nun so, dass ich, sollte es zu einer Rehamaßnahme kommen, nicht weiß, wie lange mir das Internet verwehrt bleibt. Das mag jetzt übertrieben klingen, aber ich finde das schlimm. Ich fühle mich von der Außenwelt abgeschottet, habe das Gefühl mich nicht mitteilen zu können, wie ich es möchte. Irgendwie finde ich das selbst ein bisschen krank, aber denke mir auch indirekt, dass es für die heutige Zeit vllt normal ist, in der man morgens um acht im Pausenraum sitzt, um sich nackte Frauen anzugucken (Sorry Manu, für selbstständig bedienen an kleinen Anekdoten Deines Arbeitsalltags). Das mag jetzt wahnsinnig übertrieben klingen, aber nur deswegen ziehe ich es in Erwägung, mir ein Smartphone zu holen. Gut, dass ich so viel Kohle habe. /ironie off
Aber – Das steht ja alles noch nicht fest. Achtung, seltener Satz meinerseits: Malen wir den Teufel mal nicht an die Wand.

Dafür hatte ich heute eine wundervolle Begegnung. Ich war nach meinem Gespräch noch mal eben bei Edeka, irrte bekloppt durch die Gänge um mir Laugenbrötchen, Pizza & stilles Wasser zu holen, quälte mich mit meinen angeblasten Füßen die Straße entlang & gucke debil in der Gegend rum & höre plötzlich „YipYipYip„. Frau YipYip❤ Mit mir damals in der TK, danach noch ein paar mal bei meinem stationären Aufenthalt gesehen, hab mich danach noch mal vergebens versucht bei ihr zu melden, allerdings ist ihre Nummer da wohl nicht mehr gültig gewesen. Haben so viel geredet, dass wir beschlossen, noch ’nen Kaffee trinken zu gehen, den sie mir liebenswerterweise sogar ausgab. Hach, & obwohl sie so wenig Zeit hatte, da sie bald umzieht. Hab mich unglaublich gefreut sie wiederzusehen, bin äußerst bestrebt, jetzt endlich doch mal den Kontakt beizubehalten, da wir endlich mal aktuelle Nummern haben.. Schöner Morgen, trotz massivem Schlafentzug. oder gerade deswegen, es heißt ja, dass Schlafentzug bei Depressiven wahre Wunder bewirkt (Erinnere mich grad an ein „Kompliment“ meines damaligen Erziehungsbeistands, der sagte, dass ich wie ein auf Schlafentzug gesetzter Depressiver aussähe).

Resümee des Tages: Mal alles gar nicht so schlecht, oder?
& nun entschuldigt mich, ich muss meine Blasen (beachtet die zustimmende Zweideutigkeit!) entleeren.

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~ von Miss Ann Thropy - 12. Dezember 2011.

4 Antworten to “& es wird immer besser.”

  1. *schleim-schleim* Momentan ist es mehr als ein Genuss, deine Beiträge zu lesen. 😉

  2. ich bin an dem selben punkt wie du. bei mir steht wohl auch eine reha ins haus, auch wenn ich nicht begeistert davon bin und lieber sofort ne betreute ausbildung machen würde. muss aber wohl trotzdem erst sein. ich hab das glück, dass die einrichtung hier bei mir in der stadt ist und ich das ambulant sozusagen machen kann. es gibt aber auch ne wg für die, die von außerhalb kommen.
    ja, deinen hausarzt solltest du auch von der schweigepflicht entbinden. hab ich auch gemacht.
    und mach dir keine sorgen, dass deine letzte behandlung schon ein halbes jahr her ist. das wird schon durchgehen 🙂

    • Momentan bin ich überhaupt erst mal froh, dass sich was tut. Das ich was tue. Ich hab mehr Angst, dass ich mit den Leuten nicht klar komme, als von Zuhause weg zu sein. das wäre absolut schlimm, eine neue Umgebung mit einem Haufen Menschen, mit denen ich mich nicht sonderlich gut verstehe. Vllt ist das aber nur mein pessimistisches Denken aus der Erfahrung heraus.

      Habe ich auch letztendlich gestern noch entschlossen, Ende der Woche, wenn meine Füße wieder heile sind, eine Tour zu machen, erst zum Hausarzt & dann zur Institutsambulanz, wo ich ja zuletzt psychologisch untergebracht war. Besser ist zu viel entbunden zu haben, Einspruch einlegen kann ich ja danach immer noch. Vermutlich.

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