Das seh ich erst, wenn ich’s glaube.

& manch einer schreibt mir nun, wieso ich denn nicht schreibe. & dann sage ich so: Weil ich nicht will. Damit lüge ich zwar ein bisschen, aber das finde ich gar nicht so schlimm.
Dann fragen sie mich, wie es mir so geht. & dann antworte ich mit irgendwas schwammigem, so was wie „Ja, geht.“ oder „Muss.“ oder auch „Verpiss Dich!“, je nach Gusto oder Beliebtheitsstatus in meiner inneren Lovely people-Skala.

Tatsächlich ist es so, dass mir sowohl Mono- als auch Dialoge ziemlich auf den Nerv gehen. Da sich ersteres nicht vermeiden lässt, labe ich mich an einer Minderung des Zweiten. Also, Fräulein Thropy, wie geht es Ihnen so? Danke der Nachfrage, manchmal geht es mir gut, manchmal geht es mir schlecht, meist ist es aber beides gleichzeitig. Ich war in Mathe zwar nie gut, wenn ich mich aber recht erinnere, ergibt Minus & Plus ein Minus. Sollte dem nicht so sein, bitte ich diese Meat(h)apher zu entschuldigen.

Auf der Pro-Seite hätten wir, dass ich fast so was wie einen normalen Schlafrhythmus habe, ich nicht übermäßig viel grüble (Wisst ihr, dass ich das Wort grübeln gar nicht mag? Nachdenken finde ich viel schöner. Das nimmt dem ganzen aber wohl den negativen Aspekt), zeitweise weniger rauchte (man mich dafür umso öfter mit zungenfärbenden Lollis im Mund antraf, wenn man mich denn antraf), mich das neue Enter Shikari-Album ziemlich flasht (& so viel besser ist als das imho beschissene Vorgängeralbum. Ach ja &: British accent. <3), ich mir gestern wieder zwei Sachen für lau gesichert habe (& zwar Trisomie so ich Dir & Doctor’s Diary 3) & ich meine Vorliebe für Zusatzinfos in Klammern entdeckt habe (…). Schon mal ziemlich gut, so nüchtern betrachtet, zugegeben.

Auf der Contra-Seite hätten wir dann: Ich grüble denke immer noch so viel nach wie andere Menschen in vermutlich einer Woche, ich kann meine Fassungslosigkeit immer noch nicht kontrollieren (bzw. doch, kann ich, gegenüber anderen sogar ziemlich gut, aber ich weiß nicht, ob das Sinn der Sache ist/sein sollte, wenn es dann auf meine „Gesundheit“ oder Psyche oder wasauchimmer geht), ich bin immer noch viel zu empathisch oder kann mich gedanklich nicht distanzieren (Ihr wisst schon, the whole family thing, das Rauchen & Husten & so. & Orthographie-Anglizismus finde ich egtl auch ziemlich scheiße, war in Englisch aber nun mal besser als in Mathe), träume schlecht, dümple wieder ziemlich oft & lange in der Vergangenheit rum (ihr wisst schon, diese Momente, in denen es alles so verflucht real erscheint, als wäre ich mittendrin), werde hin & wieder von irgendwelchen beschissenen Kindheitserinnerungen heimgesucht, bin daraufhin wieder verzweifelt auf der Suche nach Liebe irgendeiner Art, die natürlich nicht erfüllt wird, man dann aber, weil man ja verzweifelt ist, nimmt was man bekommt, sich dadurch nur noch minderwertiger fühlt (entweder durch das verzweifelte Suchen selbst oder aus dem Wissen heraus, dass man sich selbst schon so herabwürdigt, dass man nimmt, was kommt & sich selbst somit zum Spielball macht oder aus… na ja, anderen Gründen, die hier nicht zu erläutern wären) & sich daraufhin schließlich wieder im grundlegenden Misstrauen gegenüber allen Menschen findet, der Nutzgegenstand Ich. Jetzt könnte ich mich natürlich auf die Verzweiflung berufen, was mich aber wohl auch nicht weiterbringt, weil ich ja trotzdem diejenige bin, die das mit sich machen lässt & sich schlussendlich dazu macht. Also bleibt wohl doch zu sagen, dass ich selbst schuld bin. Damit sind wir dann bei den Schuldgefühlen & am Ende eines langwierigen Puzzles, dessen Name Miss Ann Thropy lautet.

Ob ich übertreibe? Kann sein. Kann aber auch sein, dass ich ein immer mehr für mich spürbares Problem mit zwischenmenschlichen Sachen habe. Oder ich meinem Glauben nicht mehr traue. Ihr wisst schon, nicht im religiösen Sinne sondern von… Ich glaube, dass jede Woche Donnerstag der Müll abgeholt wird. Schlechtes Beispiel, weil ich eben weiß, dass jede Woche Donnerstag der Müll abgeholt wird. Andererseits ein ziemlich gutes Beispiel, weil ich diese Gewissheit auch eben in zwischenmenschlichen Dingen hätte, anstatt ständig nur zu glauben oder, noch schlimmer, zu vertrauen.

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~ von Miss Ann Thropy - 28. Januar 2012.

5 Antworten to “Das seh ich erst, wenn ich’s glaube.”

  1. Ich hab dich trotzdem echt lieb .. herz herz.
    Und ich kann einiges nachempfinden, deswegen wünsch ich dir ganz viel Kraft und bessere Zeiten.
    Gib auf dich Acht.
    Ich lass dir ganz liebe Grüße da.

    • Danke. Mir geht’s ja jetzt nicht.. schlecht. Also schon, aber rein vom Gefühl her ging’s, glaub ich, schon schlimmer. Ich glaube, das ist Leben. ’ne anstrengende Hure eben. Meist. & wir müssen uns nur aneinander gewöhnen. Oder so.
      Lieben Gruß zurück an Dich!

  2. Der MüllVergleich ist sehr treffend. Schon allein, weil er eine Regelmäßigkeit und Voraussagbarkeit signalisiert. Mit Gefühlen und Gedanken ist es genauso: sie kommen zwar nicht unbedingt pünktlich, dafür aber trotzdem rhythmisch und leider schwer kontrollierbar. Zum Schluss ist man verwirrt, enttäuscht und zieht sich immer mehr zurück …

    Auf zwischenmenschlicher Ebene bin ich eine einzige Enttäuschung. Aufgrund vieler Faktoren: ich stehe mir selbst im Weg. Und ja, um den Müllvergleich noch etwas zu erweitern: ich kontaminiere mich, mülle mich zu: mit eigentlich unrecyclebaren Gedanken, Emotionen und vor allem sinnlosen Aktivitäten.

    Liebe? A bloody mousetrap. Eine Utopie. Ein Fremdwort. Aber das wissen wir ja beide …

    Und auch wenn es mal wieder nicht den Anschein hat: Ich denke an dich.

    Alles Liebe,
    Frank

  3. In Deinem Kommentar steht ein ganz fieses Paradoxon.

    Liebe? A bloody mousetrap. Eine Utopie. […]

    Alles Liebe

    Nein, ich finde nicht, dass es nicht den Anschein hat, als würdest Du nicht an mich denken. Es liegt nicht in meinem Ermessen darüber zu urteilen.
    Ich hätte wirklich gern was geschrieben, was Sinn ergibt, aber fühle mich dazu leider nicht in der Lage, sorry.

  4. Hm, das hast du diplomatisch sehr gut und vorsichtig formuliert. Nein, man kann nicht ermessen, was (oder was nicht) der Andere einem bedeutet.
    Und wenn man ein Thermometer in meinem Kopf installieren würde, würde es wahrscheinlich immer etwas Fieber anzeigen. So viele Gedanken, so viele Gefühle, und ein unendlich schlechtes Gewissen, dass ich nicht an verschiedenen Orten und bei verschiedenen Menschen gleichzeitig sein kann. Dass mir nur ein begrenztes Zeitkonto zur Verfügung steht, ich den halben Tag schlafe, Utopien (auch von ‚Liebe‘) nachhänge, mein Leben konsequent durch eine Sackgasse führe…

    Nein, ich denke an dich. Wie oft und in welcher Qualität und wie es mess- und darstellbar wäre ? Keine Ahnung…

    Es tut mir Leid, wegen dem tatsächlich „fiesen Paradoxon“. Hättest du mich nicht darauf aufmerksam gemacht, wäre mir das gar nicht aufgefallen: Ich bin eben ein ständiger Widerspruch…

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