& ich wart mal wieder auf den Frühling.

Ich mag dieses Dunkel nur, wenn ich draußen bin. Drinnen finde ich es irgendwie bedrückend, einengend. Zumindest mit der Zeit. Mal davon ab, dass mir wettermäßig Frühling sowieso besser gefällt, freue ich mich darauf, dass es, sobald wir immer wieder Richtung Frühling schreiten, abends länger hell bleibt.

Dieses Jahr macht mir der Frühling aber irgendwie Angst. Keine auf irgendwas bezogene Angst, sondern einfach fürchterliche Angst vor der Zukunft.  Wie manchen bekannt ist, habe ich nämlich auch im Frühling Geburtstag. Dieses Jahr werde ich 25. Ich werde also 25 & habe immer noch keinen wirklichen Plan vom wirklichen Leben. Ob ich mich erfolgreich drum gedrückt habe, der Realität in die glubschigen Augen zu gucken oder einfach Angst vor dem nicht sehr weitsichtigen Nebel habe, weiß ich nicht mal genau. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. & dem hinnehmen der Gegebenheiten, weil sie irgendwie unveränderbar scheinen oder man einfach zu faul dafür ist.

Jedenfalls werde ich also 25 & habe keinen Plan vom Leben, dafür aber viel anderes Wissen, mit dem ich nichts anfangen kann, weil es schlichtweg unnütz ist. Nicht so unnütz wie die Infos über unnützes Wissen bei, sagen wir mal, facebook & wir sagen facebook, weil das so schön kosmopolitisch & gesellig klingt, was natürlich nicht stimmt, aber das hat niemanden hier zu stören. Mal davon ab, dass ich auch daher mein unnützes Wissen beziehe, welches ich aber mehr als unnützes Wissen 2. Klasse bezeichne. Manchmal, wenn ich dann abends im Bett liege (ich frage mich grad, ob man, wenn man begraben ist, also aufm Friedhof, im  Himmel sagen kann, dass man im Beet liegt?) & so unwillkürlich vor mich hin- & manchmal auch herdenke, denke ich hin & her, ob man, auch wenn man keinen Plan vom Leben hat, behaupten kann, dass man Lebenserfahrung hat. Erfahren hab ich das Leben immerhin doch schon 24 Jahre & ca. die Hälfte fand ich mehr nicht so gut. Aber nehmen wir mal die Wertung raus. Nicht, dass ich sonderlich scharf drauf wäre, behaupten zu können, ich hätte ja ach so viel Lebenserfahrung. Damit trumpfen ja lieber gerne ältere Herren (zumindest aus eigener Erfahrung) auf, um sich aus irgendeinem Grund wichtiger darstellen zu wollen, als sie eigentlich sind.
ich bin jedenfalls nicht sonderlich scharf drauf, diess sagen zu können, zermürbe aber mir aber trotzdem ab & an gern den Kopf darüber, woraus sich diese Lebenserfahrung  zusammensetzt.

Vermutlich läuft es wohl auf „Man muss ziemlich viel erlebt haben“ hinaus. & dann frage ich mich, in welche Richtung man „ziemlich viel erlebt“ haben muss. ’ne Freundin/Bekannte/wasauchimmer würde wohl sagen, man müsse ziemlich viele Männer geknallt haben. Ich weiß ja nicht. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass man pro gesehenem Penis an Lebenserfahrung zulegt. Aber diese Vorstellung finde ich trotzdem sehr amüsant.
Na ja, dann gibt’s jedenfalls noch so ’n paar andere vermutliche Meinungen, die eben deshalb nur vermutlich sind, weil ich das Thema als solches dann doch nicht so spannend finde, als dass ich darüber ständig mit wem reden müsste.
& außerdem habe ich eben gelogen, denn irgendwie würde ich doch gerne behaupten, dass mir so viel passiert ist, dass ich es Lebenserfahrung nennen kann, nur um vor mir selbst rechtfertigen zu können, dass ich eben keinen Plan vom Leben habe.

Auf jeden Fall gehen wir ziemlich straight Richtung Frühling, es sei denn, es fängt jetzt, wie letztes Jahr, im Februar noch mal heftig an zu schneien. Die Abende fangen glücklicherweise gefühlt später an & das mag ich. Was mich aber natürlich nicht daran hindert, mich in einem halben Jahr darüber zu echauffieren, dass es so spät dunkel wird.
Ich habe dann also in ca. anderthalb Monaten Geburtstag, wünsche mir Geschenke von meinen Amazon-Wunschzetteln, die mir hier der ein oder andere sicher erfüllen will & finde es grundsätzlich erstmal scheiße, Geburtstag zu haben. Geburtstag ist für mich so ein… erwartungsvoller Tag. Ja, ich erwarte was. Keine Geschenke, auch wenn das vorhin so klang. Ich erwarte, dass man an mich denkt. & ich erwarte von den Menschen, die mir vermeintlich nahe stehen, also regelmäßigen Kontakt zu mir haben, auch eine vernünftige Gratulation. & da fängt das ganze Elend nämlich schon an. Ich erwarte von diesem Menschen nämlich ein bisschen mehr als eine/n „Herzlichen Glückwunsch“-nichtssagende/n-Strg+V-bla-Pinwandeintrag/Nachricht. Ja, ich erwarte zumindest einen Anruf. Von den Menschen, von denen ich glaube, ich sei ihnen irgendwie wichtig. Das jedoch scheint meist zu viel erwartet. Ich kann das nun auf zweierlei Gründe schrieben: Das Internetzeitalter oder eben Unwichtigkeit. es wird wohl niemanden überraschen, dass ich zu zweiterem tendiere. Weil der erste Grund totaler Schwachsinn ist. & da fängt es dann mit der Frustration an.
Es sei aber trotzdem noch gesagt, dass es andere Personen gibt, die trotz ca. 400 km Entfernung Gegenteiliges schaffen. Ich denke, die Person weiß, dass sie gemeint ist. 😉

Geburtstag ist für mich also mehr der Inbegriff von Stress & Enttäuschung & dem Gefühl, ganz dringend mal von dieser Welt verschwinden zu müssen. Oder Menschenhass & Misstrauen. Oder einfach alles zusammen. Vllt habe ich dieses Jahr aber „Glück“. Na ja, Glück wäre übertrieben. Ich bin zu süchtig nach Beweisen für Wertschätzung an meiner Person, als dass ich nicht vor meinem Handy sitzen werde & Anrufe von bestimmten Menschen erwarte.

Zumindest hab ich gestern einen Brief vom Amt im Briefkasten gehabt, der mir erzählte, dass ich am 5.3. einen Termin zur ärztlichen/psychologischen Begutachtung habe. Immerhin bleibt mir so ein weiterer, eventuell wieder scheiternder Gang zum Amt erspart (Nein, ich erwartete nicht, dass ich scheiterte, sondern war mehr auf den letzten Besuch gemünzt). Vor dem Termin selbst habe ich nur wenig Angst. Ein bisschen, aber es ist aushaltbar. Ich fürchte mich ein bisschen vor einer bestimmten Frage, dessen Antwort mir wie eine Rechtfertigung vorkommt. Mehr Angst habe ich davor, dass das Ganze nicht bewilligt wird. Was seine Gründe hat, die ich aber nicht erklären will. Was dann nämlich ist, ist… Nichts. Dann passiert nichts, weil ich mich vom Klappen dieses Plan ziemlich abhängig mache. Bitter, aber momentan erscheint mir das als einziger Weg, irgendwie voranzukommen.
Aber eins habe ich mir immerhin vorgenommen. Die zwei Wochen zum Termin werde ich mich nicht verrückt machen & keine worst case scenarios in meinem Kopf aufbauen. Oder es zumindest versuchen. Helau.

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~ von Miss Ann Thropy - 19. Februar 2012.

6 Antworten to “& ich wart mal wieder auf den Frühling.”

  1. Also ich kanns nicht sein. Sind nur 340. Mist.

    Ich kündige auch jetzt schon mal an, dass ich vllt. nicht anrufen werde, mich aber den ganzen Tag darüber aufregen werde, dass ich es nicht schaffe zum Telefon zu greifen… sondern nur eine SMS und einen Pinnwandeintrag zu verfassen. Der aber immerhin nicht kopiert.

    Was die Lebenserfahrung angeht… ja… ich denke du hast welche. Vllt. sogar mehr als die Menschen die seit 10 Jahren im gleichen Job hängen, die gleiche Beziehung führen und überhaupt generell immer nur den selben Einheitsbrei erleben. Ich persönlich denke, dass ein Stück Lebenserfahrung mit der jeweiligen Scheiße die man so mitmacht zusammenhängt. Und natürlich auch mit der Anzahl der Schwänze. Die können immerhin auch unter „scheiße“ fallen oder hin und wieder das ein oder andere glückliche Erlebnis symbolisieren. Letzteres vermutlich seltener.

    Vllt. tröstet es dich auch, dass es Menschen gibt die ihren Plan vom Leben mit 50 noch mal total umwerfen, weil er einfach total falsch war und sie damit nicht glücklich waren. Ich denke es ist besser lange zu brauchen den richtigen Plan zu finden als lange dem falschen Plan hinterher zu rennen. Aber gut… wenn ich ein wenig Selbstachtung zeigen will, habe ich ja auch gar keine andere Wahl etwas anderes zu behaupten. 😉

    Vllt. tröstet es dich ja auch, dass ich ziemlich straight auf die 30 zu gehe… und ich dich wesentlich… planvoller finde als mich selbst. Und ich denke auch, dass du dir mehr zutraust als ich mir… steht aber auf einem anderen Blatt.

    Und „Ich lieg im Beet…“ finde ich köstlich.

    • Du bist doof & ich mag Dich nicht 😛
      Nein, Quatsch. Na ja, es war vllt etwas ungünstig ausdrückt.. Ich erwarte nicht unbedingt einen Anruf. ich erwarte eben nur, dass man mir das Gefühl gibt oder zu geben versucht, dass man mich wertschätzt. Das kann durchaus auch eine Nachricht, SMS oder ein Pinnwandeintrag sein. Ich wollte damit vielmehr ausdrücken, dass ich diese x-beliebigen Geburtstagsgrüße &-Gratulationen.. Na ja, ich will nicht respektlos sagen, aber fad & ziemlich faul finde.

      Ich glaube nicht, das Penisse ein Stück Lebenserfahrung mit sich bringen. Dem Papst rechne ich nämlich irgendwie trotzdem Lebenserfahrung zu. 😉

      Na ja, nein, irgendwie trösten mich andere Menschen auch nicht. Weil ich’s ja weiß, aber das bis jetzt auch keinen Einfluss auf mein Leben genommen hat.

      Eher tröstet es mich, wenn’s um Dich geht. Mit irgendwelchen, mir fremden Menschen kann ich nämlich nichts anfangen, wenn sie ihre Pläne über den Haufen werfen. Na ja, ich weiß nicht, ob ich da planvoller ran gehe. Kann sein, glaub ich aber nicht. Weil wir uns von unserem Vorhaben oder Plänen oder wie auch immer man’s nennen soll, unterscheiden. Weil sich Deine & meine Vorraussetzungen unterscheiden. Ich denke z.B. dass ich nur einen Weg sehe, wo Du halt mehrere Möglichkeiten siehst. & da es nur diesen einen Weg gibt, ist nur die Entscheidung zwischen Nichtstun, sich umbringen oder eben diesen Weg gehen, wovon zwei in erster Linie nicht in Frage kommen.

      Ja, ich fand das Beet-Ding auc unglaublich witzig, muss ich zugeben. Glatt so gut wie meine Idee der Allzweckärzte. 😉

      • Der Papst hat seine Lebenserfahrung woanders her… vllt. durch die Auseinandersetzung mit Kondom-Freunden. Aber das ändert nichts daran, dass Penisse einen großen Einfluss haben können. Zumal der Papst ja selbst auch einen hat, nicht wahr?

        Wo sehe ich bitte mehrere Wege? Ich ignoriere alle Alternativen zum jetzigen ganz gekonnt… Jeder andere Weg wäre wohl sinnvoller… o.o

      • Man sagt nicht umsonst, dass etwas soviel Sinn hat wie ein Schwanz am Papst 😛
        Na ja, wie gesagt, ich bleibe da anderer Meinung.

        Ja, ignorieren schon. Allerdings siehst Du ja auch die Möglichkeit (wenn auch nicht eine realistische), die Sache mit der Arbeit zu machen. Auch wenn Du sie ignorierst. Du weißt ja davon. Leg doch nicht alles so auf die Goldwaage.. *patpat*

  2. Lebenserfahrung ist die Umsetzung von Erlebtem in zukünftiges Handeln – das kann, muss aber nichts mit Penissen zu tun haben …

    LG und ich drücke die Daumen!

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