Als ich der Versuchung widerstand.

Jedenfalls haben wir dann morgen da diesen Termin zur Abgabe des Antrags & grad weiß ich nicht, wie ich fühlen soll. Wahrscheinlich sollte ich mich auch nicht fühlen, sondern einfach mal die nicht ausgefüllten Stellen ergooglen & dann die richtige Antwort eintragen.
Jedenfalls kommt diesmal mein Vater mit & ob ich das nun gut oder schlecht finden soll, bleibt mir soweit unerschlossen. Ich tendiere vorerst zu einem gut, weil ich nicht sonderlich gut in der Lage bin, mich durchzusetzen oder es zu verstehen. Ich hoffe jedenfalls, dass morgen erstmal eine Last von den Schultern fällt, weil dann hoffentlich eine Sache vorerst mal fertiggestellt ist.

Die Sache mit dem Anruf hat auch nicht so geklappt, wie sie sollte. Stattdessen habe ich mich an einer ehrlichen nicht gelogenen Formulierung per SMS versucht. Heraus kam, dass ich es momentan einfach nicht schaffe, anzurufen. Das ist insofern nicht gelogen, sondern… sagen wir beschönigt. Ich habe mit der mehrdeutigen Bedeutung von Worten gespielt. Wenn ich sage, dass ich es nicht schaffe anzurufen, muss es ja nicht zwingend heißen, dass ich nicht die Zeit dazu habe. Aber… Ich habe momentan einfach nicht die Kraft, meine Situation, wieder zu erläutern. Ja, ich weiß, dass dieses „nicht schaffen“ eine ordentliche Portion „Keine Lust“ enthält. Jedoch schrieb ich auch, dass ich es die nächsten Tage nachholen werde.

Natürlich kann ich mich nicht nun nicht darauf ausruhen zu sagen, dass ich „Keine Lust“ habe. Im Moment ist es aber so, dass mein Leben aus „keine Lust“ besteht. Wenn es nach mir ginge, was es ja egtl tut, aber man doch irgendwie dagegen ankämpfen muss, weil dieses Nach-mir-gehen mehr als scheiße ist, würde ich seit Tagen nur noch im Bett liegen, zittern (was ich ohnehin schon zu genüge tue & mich inständig frage, wo das herkommt, denn Zittern hatte ich als Symptom nie, egal wie große Angst ich hatte), Musik hören, vllt lesen & an die Decke starren.

Wenn ich mich fragt, wie es mir geht, dann würde ich ehrlicherweise sagen, dass es mir schlecht geht. & die depressiven Schübe dezent Überhand nehmen. Andererseits bin ich auf eine verquere Weise stolz drauf, dass ich mich ihnen nicht ergebe & das tue, was ich am liebsten tun würde. Mich trotzdem überwinde, Dinge zu tun, die getan werden müssen, anstatt durchzudrehen oder aufzugeben. & gerade weil ich das tue, also gegen meinen eigentlichen Willen arbeite, finde ich es hinnehmbar, die ein oder andere Hürde auszusetzen oder sie auf eine andere Art & Weise zu lösen.

Apropos durchdrehen: Diesmal bin nicht ich diejenige, die es in unserer Familie am besten schafft (wobei ich ja eh nie der Durchdrehmensch war). Ich erwähnte ja bereits, dass die Freundin meines Onkels gestorben ist. Seitdem ist er komplett am Abdrehen, besucht jeden Tag den Friedhof, süppelt viel zu viel & man findet ihn irgendwo auf, weil er heulend irgendwo zusammenbricht.
Irgendwie ein bisschen nachvollziehbar, oder? Nach dem Tod eines Menschen soll’s Anderen ja meist nicht so gut gehen. Meine Familie sieht das anders. Natürlich ist es nicht cool, was er sich da leistet. & sicher ist es auch irgendwie nachvollziehbar. Aber anstatt einfach mal zu verstehen, dass das vllt seine Art zu trauern ist, zerreißt man sich das Maul. Anstatt sich einfach mal hinzusetzen & mit ihm zu reden (oder ihn reden zu lassen), muss man es gleich brühwarm jedem erzählen, der auch nur annähernd zu Familie gehört.
Großartige Sache, das. Ich liebe sie. So eine Familie verdient wirklich jeder.

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~ von Miss Ann Thropy - 21. März 2012.

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