Bitte oszillieren Sie.

Morgen ist Geburtstag. Das erzähle ich euch natürlich auch deswegen, damit ihr mir morgen alle gratuliert. Da bin ich ehrlich. Zu euch & zu mir. Dann komm ich mir irgendwie beliebt vor, weil ihr an mich denkt, was natürlich Quatsch ist, weil ich euch ja dran erinnere. Das macht aber nichts, denn ich kann mir das ganz hervorragend ausreden.

Geburtstag ist anstrengend. Ich bin da noch recht.. erwartungsvoll eingestellt. & vllt auch ein bisschen kindisch. & vor allem komisch. Wer meldet sich, wer denkt an mich, geht es über die üblichen Verdächtigen hinaus, bei denen ich weiß, dass sie auch ohne Erinnerung in einem sozialen Netzwerk an mich denken? & dann gibt es noch die, von denen ich mir wünschte, sie würden sich melden, bei denen ich es aber kaum glaube. Auch, wenn ich mich auf genau diesen Fall einstellen kann, nicht enttäuscht zu sein, bin ich es trotzdem irgendwie. Aber: Ich freue mich umso mehr, wenn sie es trotzdem tun.

Letztendlich ist es ein Tag wie jeder andere. Ich feiere nämlich schon seit Jahren nicht mehr. Wegen Mangel an Freunden &… weil ich nicht wüsste, was. Klar, Geburtstag. Innerlich ist es für mich, als wäre ich ein kleines Kind. Es ist mein Tag & ich sollte gefeiert werden. Jedoch ist Topfschlagen & Blinde Kuh spielen heutzutage & in meinem Alter nicht mehr so angesagt. & alleine macht es wohl auch wenig Spaß als auch Sinn.
Ich habe es bis heute nicht geschafft zu glauben, mich davon zu überzeugen oder zu verinnerlichen, dass es es eben ein Tag wie jeder andere ist. Es ist schön, wenn sich jemand meldet, aber wenn sich Menschen nicht melden, ist das auch okay oder sie es nicht wert. Ich finde, so sollte es egtl sein. So ist es aber eben nicht. & weil es nicht so ist, ist dieser Tag eine einzige Anstrengung, was das Selbstwertgefühl angeht.

Ansonsten ging es mir in den letzten zwei Tagen ganz okay. Nicht wirklich überragend, aber ich kam innerlich für meine Verhältnisse einigermaßen gut zur Ruhe. Gegen Ende letzter Woche ging es mir sehr schlecht, ich war sehr schnell genervt, vor allem vom Glück & der Freude Anderer, die dies in Regelmäßigkeit mitteilen müssen, während es bei mir mit der Freude ja eher mau aussah. Das Samstag dann noch ein weiteres Schreiben vom Berufsbildungswerk kam, setzte dem Ganzen egtl nur noch die Krone auf. Jetzt steht es jedenfalls fest: Am 2.5. um 11 Uhr soll ich mich dort einfinden. Bis dahin muss ich eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes über die Aufklärung im Infektionsschutz für Auszubildende in ca. 364289 Bereichen haben & ein Attest meines Hausarztes, dass ich frei von ansteckenden Krankheiten bin, welches aber bei der Aufnahme nicht länger als 14 Tage alt sein darf. Merke: Ich kann mich nun noch ca. zwei Wochen aufs Blutabnehmen vorbereiten.. Außerdem darf ich noch irgendwie an Krankenhausberichte kommen & wieder einen weiteren Fragebogen ausfüllen.

Was mich sehr gewundert hat, ist, dass ich in eine Depression verfiel, ohne es selbst wirklich zu merken. Bzw. es schon zu merken, aber die ganze Zeit gegen anzureden, dass dem ja nicht so sei, weil dies & das & überhaupt. Störend ist ja nur, keine Freude zu haben, etc. &, &. Das irritiert mich irgendwie, weil ich das & mich sonst ziemlich gut einschätzen kann.

Ein bisschen enttäuscht bin ich von der Tatsache. dass mir mein Dad… vorgestern, glaube ich, eröffnet hat, dass er dann diesen Monat wohl noch nach Duisburg fährt. Er müsse ja noch am 11. zu einem Arzttermin & danach würde er wohl irgendwann fahren. Ich finde das irgendwie… rücksichtslos. Natürlich muss ich erwachsen werden & mich nicht ständig auf meinen Vater verlassen. Aber ich finde, er hätte keinen schlechteren Zeitpunkt finden können. Auch, wenn ich nicht sage, dass ich Angst habe, finde ich, sollte er es aus Erfahrung wissen hätte er trotzdem einfach mal darüber nachdenken können, zwei Wochen später zu fahren. Na ja, aber vllt ist es auch ganz schön, noch ein bisschen allein zu sein, bevor ich mich ständig mit Menschen umgeben muss.

Außerdem hat sich der Verlag entschieden, das Buch, für welches ist mich bei Blogg Dein Buch beworben habe, zuzusenden. Find ich gut & hoffe, dass es, bevor ich fahre, noch ankommt.

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~ von Miss Ann Thropy - 4. April 2012.

14 Antworten to “Bitte oszillieren Sie.”

  1. Wäre ich nicht so müde und kaputt, würde ich nun extra bis 0.00 Uhr aufbleiben und hier als Erste die Glückwünsche reinschreiben…
    Ich mache mir eigentlich auch nicht so viel aus Geburtstagen, aber wenn gar keiner dran denkt, isses auch blöd.
    Bis morgen, dann mit Glückwünschen. 🙂 Vorher gratuliere ich nicht. Bin zwar nicht abergläubisch, aber irgendwie finde ich das trotzdem nicht gut.

    • Kann ich nachvollziehen. Mach ich auch nie. Also vorgratulieren. Geht meines Erachtens auch ziemlich am Zweck vorbei (& ja, ich frage mich, welchen zweck es hat & komme zu keinem Ergebnis :D).

  2. Happy Happy Birthday. Auch wenn das nun (gerade von mir) sehr „pflichtbewusst“ klingt, ich bin nicht der klassische Gratulierer, mit Blumenstrauß, Pralinen etc.; aber das kannst du dir ja denken. Es ist wohl eher ein unkonventionelles, aber dafür aufrichtiges kurzes Umarmen, Lächeln und dir deep from the bottom of my heart „Glück“ wünschen: dass mindestens die Hälfte deiner Sehnsüchte, Vorstellungen whatever auch in der Realität Erfüllung finden. Und vor allem: dass du nicht mehr so viel Angst haben musst: vor nichts und niemandem. Eigentlich sollten die Anderen zittern und demütig zur Seite trollen, wenn sie dich sehen, und dir „Respekt“ zollen.

    Es tut mir immer sehr leid, wenn ich mich zurückziehe, mich nicht melde oder einfach mal wieder für nicht absehbare Zeit verstumme. Es liegt nicht an mangelndem Interesse, nein überhaupt nicht: ich habe Angst nicht verstanden und geliebt zu werden und irre ja sowieso immer ohne Kompass und Karte durch mein so called Leben.

    Sorry.

    Lots of love,
    Frank

    • Dankesehr ❤

      Hach, das hast Du schön gesagt. Aber ich finde, das lobt mich zu sehr in dem Himmel.

      Ich find's natürlich sehr gut, dass Du meinst, dass DU Dich nicht meldet & tendierte dazu zu sagen, dass es nicht ausmacht. Aber, falls es Dir noch nicht aufgefallen ist – Ich bin diejenige, die nie zurückschreibt. Ich bin einfach nicht für regelmäßigen Nachrichten/DM/E-Mail/whatever-Austausch geschaffen. Deswegen ist es zwar wirklich nett, dass Du meinst, es käme von Dir aus, aber das wäre ja gelogen oder nur die Halbwahrheit oder was auch immer.

      Jedenfalls.. vielen Dank. Wirklich.

  3. auch von mir herzlichen glückwunsch zum geburtstag und alles liebe und gute und sowieso nur das allerbeste! ! ❤ 🙂
    ich hoffe du wirst einen schönen tag haben mit geschenken und kuchen! 🙂
    LG nina
    p.s.: wie viele jährchen sind es denn nun? 😉

    • Vielen Dank, liebste Nina ❤
      Tag war ganz erträglich. 😉 Wie alt ich geworden bin, haben wir ja nun zu genüge bei Twitter bequatscht, hihi.

      Lieben Gruß!

  4. Statt Erste also vermutlich Letzte, aber jetzt.
    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! Alles Gute wünsche ich Dir. Ich hoffe, dass alles das, was Du angeschoben hast, oder zumindest das meiste davon (alles läuft eh nie so wie man will…), so richtig gut läuft.

  5. Geburtstage empfinde ich immer so, als würde man in einem Slum zwischen Müll und Dreck jemanden hochleben lassen: „Ein Mensch ist geboren!“
    Ausbleibende Gratulanten sind für mich eine schlichte Frage der Logik: Es hat ja keiner großartig etwas davon, dass ich am Leben bin. Erst wenn ich es zum Bestsellerautor bringe, der mit seinem Vermögen viel tun kann für die Menschen um ihn herum, würden mich ausbleibende Gratulanten verwundern. Eher erwarte ich dann, längst verlorene Freundinnen wieder auf der Matte zu sehen, die so tun, als wäre der Kontakt nur mal versehentlich kurz abgerissen.
    Arbeiten gehen ist übrigens das Recht einer Frau, nicht ihre Pflicht. Wenn früher bei meinen Brieffreundinnen das Foto stimmte, und sie auch nur halbwegs plausibel begründeten, warum sie nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten, war das für mich okay. Eher sind viele Männer stolz, dass ihre Frau es nicht nötig hat, arbeiten zu gehen.
    Ich jedenfalls würde als Frau keinen Finger rühren, wenn eh alle nur auf meine Titten schauen.

    • Um ehrlich zu sein, hab ich mich auch schon das ein oder andere Mal gefragt, wozu man Geburtstag feiert. Ich meine, ich bin zu einer Zeit geboren, in der man spontan einfach rausflutschte & sich Muttis nicht irgendein merkfähiges Datum aussuchen konnten, weil das ja so lustig & kreativ oder was weiß ich ist. Letztendlich bin ich rausgeflutscht wie fast jeder andere Mensch auch, also scheint das auch kein großes Kunststück. Ob jetzt jemand was davon hat, dass ich oder jemand am Leben bin/ist, lass ich mal so dahingestellt. Bestimmt hat man irgendwas davon, & wenn man es nur neuer Ärger ist.
      Bin nicht sonderlich überzeugt von meinen Möpsen. Nicht, dass ich es nicht auch probiert hätte oder es hin & wieder versuche. Letztendlich kam ich aber wohl zu dem Schluss, dass mir meine Titten zu unwichtig & mein durchschnittlicher Verstand zu wichtig sind, es eben durchschnittlich zu versuchen, weil ich mit dem Durchschnitt oder der Möglichkeit, zum Durchschnitt zu gehören, wohl recht zufrieden bin.

  6. ARGH! Ich krieg derzeit alle Abo-Mails nur wöchentlich! *niederknie und um Verzeihung bettel*

    Alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Du hast am selten Tag Geburtstag wie meine Mama! Sehr gutes Zeichen. Offensichtlich made of Win.

    Was die „Mhe, Geburtstag“-Sache betrifft.. Braucht man einen Grund, um einen Grund zu haben, jemand anders an einem Tag zu feiern? Weiß ja nicht..

    • Dankeschön!
      ich kenn auch noch zwei andere Menschen, die am selben Tag Geburtstag haben. Merwürdigerweise sind beide sogar Mutter & Sohn. Wieso ich das erzähle, weiß ich nicht, ist auch egal, aber es erzählt zu haben ist ja auch noch schön.

      Na ja, zu ‚feiern‘ nicht. Aber die Sache mit dem Feiern hab ich, ironischerweise zur Gratulation oder was weiß ich was es ist, irgendwann nicht mehr so ganz geschnallt. Bestimmt braucht es keinen Grund, aber eben weil es keinen Grund gibt, einen Grund zu haben, kommen auch die wenigsten Menschen auf die Idee, spontan auf die Idee zu kommen. Ich merke, ich rede Quatsch. Ach ja, & das neue Kommentarfenster missfällt.

  7. Als junge Frau hätte ich versucht, ins Catering in den Backstagebereich der großen Arenen zu kommen. Meine Titten mögen zwar nicht Weltklasse sein, aber ich bin dann eben da, wenn ein Weltstar verschwitzt mit freiem Oberkörper noch ganz besoffen ist vom Beifall, und zwanglos vögeln will. Wir begehren, was wir sehen. Und lieber lasse ich mich als Frau von einem Weltstar verarschen, als von einem Nachbarsjungen.
    „High Hoper“ sind seelisch viel gesünder als Menschen, die sich mit dem Durchschnitt begnügen. Wäre da keine Hoffnung auf Weltruhm in mir, ich könnte die jungen tschechischen Pärchen gar nicht ertragen, denen ich seit Tagen beim Rammeln zusehe: Appartements klein wie Karnikelbuchten beim Züchter. Keine zwei Meter von der Sitzecke, wo sie sich Fastfood und Trashfernsehen reinhelfen, schon das Doppelbett. Wären die Pärchen nicht kerngesundes Frischfleisch, ich würde mich ekeln. Und ich halte es für wahrscheinlich, dass mit nachlassender sexueller Attraktion mindestens einer von beiden massive Schwierigkeiten bekommt, dieses Dahinleben zu ertragen. „Ich will raus!“ schrie Purple Schulz zu meiner Jugendzeit in „Sehnsucht“.
    Hingegen ich mich auf den Zauberbergen der Weltliteratur nie frage, ob ihre Schöpfer sich vielleicht morgens die Zähne in den Mund schieben. Tatsächlich geben in der Weltliteratur oft Senioren den Ton an, bei denen ich empört wäre, wenn sie sich vor mir entblößen, die ich aber liebend gerne lese.
    Mag ich von meinem Können her noch so durchschnittlich sein, nie bereute ich es, den Weg der großen Hoffnungen gewählt zu haben, statt den des Alterns und Sterbens.
    Zumal gerade im Bestsellerbereich vieles die Fleißarbeit von Heftromanern ist. Mitte zwanzig etwa las ich über Ken Follett, mit welcher Routine er seine Thriller plant und runterschreibt. Dieses Hochgefühl, mit dem ich damals durch die Straßen lief, ist unbeschreiblich.
    Es waren übrigens die Straßen von Hamburg-Billstedt. Aber ich sah weder den Mümmelmannsberg noch die Bierflaschen am Bahnhof noch nahm ich meine Hochhausbutze wahr, weil mich das alles nicht betraf.
    Und zurzeit trägt mich der E-Bookstore von Amazon, der weit offen ist für Selbstverleger. Amanda Hocking, die binnen Monaten ihren Job als Altenpflegerin kündigen konnte, oder John Locke, der zugibt, nicht sonderlich schreiben zu können, aber durch geschicktes Marketing auch 1.000.000 Exemplare abverkaufte.
    Große Hoffnungen halten mich seit über vierzig Jahren gesund. Und sie werden es auch auf dem Sterbebett tun, wo Vincent van Gogh schwor, dass die Welt eines Tages begreifen wird, dass seine Bilder mehr wert sind als die Farbe, mit der sie gemalt wurden.

    • Ich glaube, ich gebe allein deswegen (vorerst) mit dem Durchschnitt zufrieden, weil ich eben das, was unter dem Durchschnitt zu genüge kenne. Sollte das, was ich tue, irgendwann in etwas durchschnittliches gipfeln.. Werde ich mich wohl vorerst mal darauf ausruhen. & dann nach Belieben entscheiden, ob mir nach mehr ist oder ich damit zufrieden bin. Demnach könnte man egtl sagen, dass mein Willen, dem Durchschnitt anzugehören, irgendwie schon eine Hoffnung nach was Höherem ist. Na ja, oder eben nicht. Keine Ahnung. Aber es klingt schön & zuversichtlich.

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