Take me back to the start…

Irgendwann ist da ja dieser Punkt erreicht, wo man keine Kraft mehr hat. Und an dieser Stelle würde ich nun auch vermutlich rumjammern, wie schlecht es mir momentan geht. Aber selbst dazu habe ich keine Kraft mehr. Und deswegen lasse ich das einfach so halbwegs im Raum stehen.

Jedenfalls fahre ich mittlerweile total auf Coldplays The Scientiest ab und das, obwohl fast mal so was wie leidenschaftlichen Hass gegen diese Band hegte. Und dieses wunderbare Video.

Dann ist es außerdem so, dass ich einfach nicht mehr kann. ich ständig ängstlich bin. Verkrampft, immer in Abwehrhaltung, unfähig, Gespräche zu führen, weil ich nicht ein kleines bisschen Kritik ertrage.
Ergo: Nicht nur die Schule, sondern auch die Arbeit wird mittlerweile zu einem massiven Problem, weil ich eigentlich mehr damit beschäftigt bin, mich unter Kontrolle zu halten, als das, was ich tun soll oder mich drauf zu konzentrieren. Sämtliche Konzentration geht für einfach nur fürs „In Zaum halten von Gefühlen“ drauf. Und ich merke, dass das nicht gut ist.

War ich bis vor kurzem wieder bereit, in eine Klinik zu gehen, wehre ich den Gedanken immer weiter ab. Mit der Tendenz zum Selbstmord. Ich weiß einfach nicht, wie ich das alles schaffen soll. Der Weg der Besserung über eine Klinik erscheint so… ich mag nicht sagen sinnlos, aber vllt überflüssig. Da ist dieser riesige Berg und ich habe so viel falsch gemacht. Und vllt ist es wirklich falsch was ich tat, und nicht nur irgendeine Illusion in meinem Kopf. Und das ist alles nicht mehr gut zu machen. Ich weiß nicht, wie ich es ändern kann. Ich weiß nicht, wie ich mit all diesem Zeug leben kann, welche Einschnitte das für mich hat. Ich weiß nicht, wie ich es jemals schaffen kann.

Und dann sind da diese Menschen und… ich kann nicht ihnen leben. Allgemein nicht. Bis auf wenige Ausnahmen, die ich an mich ranlasse, weil sie mir ähnlich sind oder wir das selbe Schicksal teilen. Also drei. Genau drei Menschen. Von denen zwei die Zwillinge sind und der andere schon weiß, dass er es ist. Und dann ist es alles so schwer, weil sie so sind wie ich. so misstrauisch. und dann ist das Gefühl der Verbundenheit oder wie auch immer man es bezeichnen soll, wieder verloren.

Natürlich sind da dann noch die anderen Menschen. Aber dann ist da immer wieder diese Abweisung von ihnen. Und ich kann nicht damit leben, wenn sie mich fragen, wie es mir geht und ich ihnen ehrlicherweise sage, dass es nicht geht und nichts mehr kommt. keine Antwort, keine Erwiderung. Und ich fühle mich so… unwichtig, so egal. Ich weiß ja, dass sie ihr eigenes Leben haben. Aber ist es nicht irgendwie selbstverständlich, dass man jemandem in seinem Schmerz nicht allein lässt? Ist es so abnormal, sich egal, überflüssig zu fühlen, wenn keine Resonanz mehr kommt?
Und manchmal sind sie so abweisend, dass man denkt, sie hassen dich. Und es tut so weh, weil du diese Menschen magst und sie dich wie Dreck behandeln, obwohl du ihnen manchmal auch nur helfen möchtest.

Sie sind alle so weit weg und sie verstehen es nicht, weil sie nicht in dich reingucken können und immer wieder so tun, als sei alles in Ordnung. Und dann ist man selbst unfähig zu sagen, dass es nicht in Ordnung ist, weil man dann ja zugeben muss, dass man zu einem normalen Leben nicht stark genug ist.

Jetzt ist es nun so, dass ich gestern nach Hause kam und einen kompletten Zusammenbruch hatte. Zwei Stunden lang nur heulend an die Decke starrte und auch sonst nicht wirklich aus meinem Bett rauskam. Ich hab mich pseudomäßig unterhalten lassen, indem ich Gespräche führte, die nicht aufrichtig erhalten bleiben konnten, ließ mich serienmäßig ein wenig berieseln und… war dann ein wenig kurz vorm Kotzen, weil es mir schlecht ging in der Nacht.

Und weil Wochenende ist und ich Zuhause bin, heißt das nicht, dass hier Ruhe herrscht. Denn nun darf ich mich mit der ganzen Kindergeldsache beschäftigen, Vollmachten schreiben, damit die ganze Wohngeldsache geregelt wird, die Treppe putzen.. Und ich habe eigentlich nicht die Kraft dazu. und weil ich eben diese kraft nicht dazu hab, verstärkt sich der Gedanke, einfach zu gehen, so sehr, immer mehr…

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~ von Miss Ann Thropy - 22. September 2012.

7 Antworten to “Take me back to the start…”

  1. Ach… scheiße sowas… Und ich bin manchmal auch nur eine von denen die fragen und dann nichts mehr sagen… Aber Gedanken mach ich mir trotzdem. Und Sorgen.
    Was ist passiert, dass dir der Weg in die Klinik mittlerweile überflüssig erscheint? Wäre es nicht immerhin eine Möglichkeit aus der ganzen Situation raus zu kommen?
    Sprichst du mit der Psychologin über deine Selbstmordgedanken? Weißt du, wo du dir Hilfe holen kannst, wenn die Gedanken wieder da sind, wenn es wieder akut wird?

    • Ich glaube, manchmal reicht eben auch das, wenn man es einem mitteilt. Nur so ein… Nichtmelden hat einfach so was von Allein gelassen werden.
      Ich weiß nicht, was passiert ist. Mittlerweile sind Gespräche passiert und ich weiß noch weniger, wem man trauen soll.
      Ja, tat ich. ich sagte, dass ich Angst habe, etwas im Affekt zu tun. Beeindruckte massiv.. Nicht. Und sie sagte, wenn es ganz akut wäre, solle ich mich dort melden, aber… Nee. Das ist noch unmöglicher als alles andere.

      • Es hört sich ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) so an, als könntest du nicht sehr viel mit deiner Psychologin anfangen… Klingt jetzt in deinen Ohren vermutlich komisch, aber hast du in den akuten Phasen schonmal daran gedacht einfach die Telefonseelsorge anzurufen? Die sind da ja immerhin spezialisiert drauf in solchen Momenten erste Hilfe zu leisten und außerdem schön unverbindlich (zumindest, wenn man das „Nummer mitsenden“ ausschaltet).
        Und sonst: Wenn du sagst, du kannst die Ausbildung/Schule nicht machen und du kriegst es grad einfach nicht gebacken, dann schmeiß die Brocken hin und scheiß auf diese *super einmalige wahnsinns* Chance. Du kennst dich doch am besten. Und wenn du meinst, dass es jetzt vielleicht erstmal an der Zeit ist, nochmal einen Klinikaufenthalt einzuschieben, dann mach das, werde selbst aktiv, hör auf deinen Bauch und nicht auf das, was andere dir sagen.
        Es geht weiter. Und ich glaube fest daran, dass du es packen wirst und dein Leben in 5 Jahren anders ist. Besser. Und du wirst singen!

        http://www.myvideo.de/watch/3825750/Aerosmith_Amazing

        • Nein, kann ich definitiv nicht. Nein, daran hab ich noch nicht gedacht, aber wahrscheinlich auch aus dem simplen Grund, dass ich mit der Situation, nur am telefon, noch weniger klar kommen würde.
          Na ja, jedenfalls versuchen wir/ich es dann mal an anderer Stelle. 😉

  2. Den Artikel hier hatte ich sogar gebookmarked. Erst einmal.. Fuck, wieso kriegst du das so gut geschrieben? Ist ja eigentlich traurig, aber trotzdem bin ich beeindruckt, weil genau das.. etwas ist, was ich einfach nie authentisch runtergeschrieben kriege.

    Was die Menschen betrifft.. Ist es nicht irgendwie immer so? Entweder man misstraut, oder einem wird misstraut, oder Ähnliches? Würde dir jetzt so gern irgendwie helfen, aber das Einzige, was ich mache, wenn solche Gedanken oder Episoden kommen, ist, viele Serien zu schauen, oder sinnlose Liebesschnulzen zu lesen.

    Natürlich sind da dann noch die anderen Menschen. Aber dann ist da immer wieder diese Abweisung von ihnen. Und ich kann nicht damit leben, wenn sie mich fragen, wie es mir geht und ich ihnen ehrlicherweise sage, dass es nicht geht und nichts mehr kommt. keine Antwort, keine Erwiderung. Und ich fühle mich so… unwichtig, so egal.

    Keine Ahnung. Einerseits kenne ich das Gefühl, andererseits.. Wenn mir meine Mama oder J von ihren Problemen erzählen, weiß ich oft auch nicht, was zu sagen wäre. „Es ist unfair.“ oder „Das ist scheiße.“ oder ein ausführlicher Bericht über das Paarungsverhalten von Enten. Oftmals kommt mir alles gleich inadequat vor, und vielleicht geht es ja Anderen auch so? Andererseits würde man meinen, würde wenigstens irgendetwas kommen.. Also, vermutlich wirst du schon unterscheiden können zwischen A und B, aber vielleicht ist es ja möglich, dass die Leute ebenfalls einfrieren, eben, weil du ihnen wichtig bist, und sie nicht wissen, wie sie sagen sollen, was sie sagen wollen oder ob das denn überhaupt das Richtige wäre..

    Mhe. Fuck languages.

    • Ich halte das für ein Gerücht, dass ich das gut geschrieben bekomme. Ich finde, das hat so was.. unglaublich kindisches. Unterenwickeltes.
      Keine Ahnung, wie das mit den Menschen ist. Ich hab vielleicht zu wenig mit anderen menschen zu tun, um zu wissen, wie das bei anderen so ist. oder ich bin schon zu perfekt im Misstrauen.
      Ich glaube, wichtig ist einfach, dass man sich nicht von den Menschen allein gelassen fühlt, die einem wichtig sind. Da sind dann selbst so Sätze wie „Es ist unfair“ oder „Das ist scheiße“ irgendwie okay. Vllt messe ich dich Wichtigkeit von menschen eben genau an solchen Sätzen und ob ich damit klar komme, wenn sie so was sagen, wenn ich scheiße drauf bin oder depressiv oder was auch immer ich bin. oO Jedenfalls glaube ich, dass nichts zu sagen so ziemlich das Beschissenste ist, was man machen kann. Oder ich bin einfach nur selbstgefällig. Auch okay.

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