Was jetzt fehlt, ist ein Weiser für den Weg für die nächsten Wochen..

Ich schlief ca. Dreiviertel des Wochenendes. Ich denke, ich kann für mich sagen, dass das ein ziemlicher Ausdruck meiner Depression ist. Ich habe Probleme, morgens aus dem Bett zu kommen und würde mich jetzt am liebsten wieder dorthin verkriechen.
Ich habe nicht mal annähernd eine Ahnung, wie ich die Fahrt dorthin schaffen soll. Und eigentlich möchte ich auch nicht mehr dorthin. Ich versuche die ganze Zeit Wege zu finden, wie ich nicht mehr dorthin zurück muss. Wie ich es vermeiden kann. Und ich beziehe da durchaus die härtesten Konsequenzen mit ein.

Es ist eher suboptimal, wenn man aufwacht und enttäuscht bemerkt, dass man noch lebt, oder? Und irgendwann kriegste es wenigstens gebacken, dir ’nen Kaffee zu machen und es geht wieder um… Tun. Funktionieren. Planen. Leben auf die Reihe kriegen. Und dann nickst du stumm und verkriechst dich wieder in dein Bett und denkst deine Gedanken weiter und willst einfach nicht mehr.

Ich hab einfach nicht den Mumm, morgen früh wieder zum Arzt zu gehen. Was denken sie dann alle? Mein Vater, meine Betreuer, mein Ausbilder? Und wenn ich dann zum Arzt gehe, wie soll ich ihm das erklären? Wie soll ich erklären, dass ich nicht in der Institutsambulanz war? und was ist, wenn sie mir alle nicht glauben? Und das werden sie nicht tun. Sie werden denken, dass ich unfähig bin, schwach, mich anstelle… Und eigentlich muss ich doch Donnerstag zum Psychiater. Und Dienstag zur Psychologin. und meine Fahrkarten nach Neumünster abgeben.

Und deswegen kann ich einfach nicht hier bleiben. Nicht zum Arzt gehen und mich krankschreiben lassen.
Aber kann auch nicht dorthin fahren und einfach so tun, als sei alles okay, als ginge es mir so was ähnliches wie gut. Und deswegen bleibt doch nur ein weglaufen. Auf welche Weise auch immer. Allein schon, weil ich einfach nicht die Kraft habe, das alles zu regeln. Und sämtliche Reaktionen mich immer mehr in diese Selbstmordschiene drängen, weil ich diese Enttäuschung nicht ertragen kann.
Auch, wenn ich weiß, dass letztendlich nichts dran vorbeigeht, dass ich morgen zum Arzt gehe und mich krankschreiben lasse, um mich für einen verdammten Klinikaufenthalt bemühe.

Advertisements

~ von Miss Ann Thropy - 23. September 2012.

4 Antworten to “Was jetzt fehlt, ist ein Weiser für den Weg für die nächsten Wochen..”

  1. Ich wäre so gerne morgen da und würde dich an die Hand nehmen und mit dir gehen. Wirklich.
    Es ist so völlig normal, dass es dir wieder schlecht geht. So sind Depressionen nun mal. Sie kommen und gehen und die wenigsten werden in ihrem Leben nur eine miese Episode haben. Es ist nur entscheidend, dass du dagegen was tust. Und niemand wird dich schelten. Denn das ist typisch und zumindest der Arzt sollte das schon mal gesehen haben. Und Fahrkarten kann man zur Not per Post schicken. 😉

    Die Angst ist viel größer als das was im Endeffekt passiert. Und ich bin gedanklich so bei dir, wie das nur irgendwie geht. Bitte durchhalten, ja? *flausch*

    • Momentan habe ich das Gefühl, dass es egal wäre, ob ich was dagegen tue. Denn was ich tue, scheint ja aus professioneller Sicht vollkommen falsch zu sein.
      Letztendlich war die Angst viel weniger als das, was wirklich kam. Deswegen halte ich diese Sache mittlerweile schlichtweg für ein Gerücht. Oder meine Depression. Oder was auch immer.

  2. Ist es nicht mal mega abgefuckt, dass du dich rechtgertigen musst/willst, oder generell das Gefühl hast, zu versagen oder enttäuschen oder whatever, wenn es doch eigentlich mal an der Zeit wäre, einfach *sein* zu dürfen?

    Man ist nicht grundlos depressiv. Wenn man sich die Hand verbrennt, tut sie weh, damit man sie nicht überansprucht. Wenn du endlos müde bist, dann solltest du das sein dürfen, ohne dich dafür schlecht fühlen zu müssen. :C *wütend Gesellschaft anguck* *wütend realisier, dass ich zur Gesellschaft gehöre*

    Interessehalber: Wenn du finanziell und sozial frei wärst, zu machen, was du könntest.. Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wie ich die Frage beenden wollte. Guargh. Nur Müll, was heute aus mir rauskommt. Kindly ignore, please.

    • Sicher ist es extrem upgefuckt. Aber kaum haste ‘n Job oder so was ähnliches, scheinst du ja jedem Gegenüber was verantwortlich zu sein. Oder zumindest denen, die sich darum gekümmert haben. Was ja irgendwie auch normal ist, aber man sich eben gleich wie ein ziemlicher Loser fühlt, weil man selbst diese Sachen nicht gebacken kriegt und alle nur enttäuscht und sich egtl nur wie eine extreme Fotze verhält, eben weil man zu.. doof/unfähig/depressiv/irgendeinandererGrund ist.
      Wenn ich finanziell und sozial frei wäre, würde ich… ein Haus haben, in dem ich mit irgendwem zusammen lebe, und natürlich irgendeinen Kläffer haben, und eine riesige Bibliothek, in der ich ständig sitzen würde und Kaffe trinke und dann würde ich an meinen Privatstarandmeerdingenskirchen gehen und allein sein und vllt hätte ich auch so was ähnliches wie Freunde, die nur dann vorbei kommen, wenn ich das will. Und außerdem müsste immer das Wetter sein, dass ich haben will, also am besten stürmisch mit Sonne oder so was. Und außerdem habe ich viel Sex, Wald und natürlich eine perfekte Rechtschreibung und Grammatik. In mindestens fünf Sprachen. Achja, und natürliche lebe ich vollkommen autark.

&, noch was zu sagen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: