Herzlich Willkommen im „Hotel zur lockeren Schraube“.

Ich sitze nun also in Neustadt in der Klinik. An meinem Laptop. Es ist Freitag Abend, ich aß um halb sechs zu Abend, meine Zimmernachbarin strickt. Eben war ich duschen, nun weiß ich nichts mit meiner Zeit anzufangen.
Ich bin also seit Dienstag hier und… Heute war ich Blut abnehmen. Mit Elmo und Patrick, und ich weinte und hyperventilierte und machte sonst lauter Kram, den Kleinkinder so machen. Jedenfalls hab ich’s geschafft und bekomme auch ein neues Medikament und das heißt wohl, dass man mir bald wieder Blut abnimmt.  Das wird ein Spaß.

Wie lange ich hierbleiben darf/muss, ist auch nicht entschieden. Dafür habe ich neuerdings Spaß an der Ergotherapie. Das mag aber wahrscheinlich daran liegen, dass wir unglaublich viel Freizeit haben. Zu kurz, um zu schlafen, zu lang, um sich mit was sinnvollem zu beschäftigen, was über lesen hinausgeht. „Sofies Welt“ ist jedenfalls kein so tolles Buch wie erwartet. Und ganz nebenbei: Hat irgendjemand Vorschläge, was man tun kann, Lesen, Stricken und Schlafen mal ausgenommen? Denn die Zeit verhält sich irgendwie doch ein wenig wie Kaugummi.

Wie es mir sonst so geht, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich bin ständig wahnsinnig müde, kann ziemlich schlecht pennen, weil die Küche nebenan ist und irgendjemand nicht das Licht ausmacht und mir konsequent die gesamte Nacht in die Fresse scheint. Außerdem strengen mich sämtliche Gespräche an, obwohl es soviel weniger sind, als ich es aus der Uelzener Klinik gewohnt bin. Was natürlich kein Wunder ist, weil Psychosomatikstation und Akutstation schon ein Riesenunterschied ist.

Jedenfalls ist jetzt Wochenende und ich hab nun endlich die Leute davon überzeugt bekommen, dass ich Sonntag alleine raus darf, die Stadt erkunden, was ja erst von meinem Behandler „verboten“ wurde, der Suizidgedanken wegen, die ich ja aber unter Kontrolle habe und eine andere Psychologin der Auffassung ist, dass es mit meinen sozialen Ängsten doch eigentlich eine gute Sache ist, wenn ich von selbst rausgehe. Nun haben sich die beiden abgesprochen, dass man noch mal mit mir redet und ich nun doch raus darf. Soweit nun erste, unspannende Updates. Hallo.

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~ von Miss Ann Thropy - 5. Oktober 2012.

12 Antworten to “Herzlich Willkommen im „Hotel zur lockeren Schraube“.”

  1. Zum Zeittotschlagen kannst Du vielleicht Browserspiele spielen (Playray, Gametwist, Haxball) oder im Kiosk eine gute Zeitung oder so kaufen. Sonst k.A. momentan :s

  2. Ich würde das Puzzlen noch mal wiederholen. 😉 Ansonsten bin ich ja auch nen Rätselfreak und hätte somit keine Probleme mich zu beschäftigen.Aufs Briefe schreiben bist du schon selbst gekommen. *g*

  3. Vielleicht ein paar Mandalas malen? (Also ernstahft jetzt – ich mach das gern weil man da so schön über seinen Gedanken brüten kann…)
    Oder schreiben?
    Oder halt rätseln?
    Oder du lädst dir einen Emulator runter und zockst alte Adventures…

    Hast du Sofies Welt zuende gelesen, oder vorzeitig aufgehört?

    Schön, dass es mit der Klinik geklappt hat. Wünsch dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für die Zeit!

    • Ich will ja genau das Gegenteil tun. Nicht brüten, weil ich das ja schon zu genüge mache. Deswegen mach ich in der Ergo ja auch momentan so Zeit zum Konzentrieren, weil mich das einigermaßen zur Ruhe kommen lässt.
      Danke für die Tipps. An „Sofies Welt“ bin ich noch dran, ist ja auch ein ganz schöner Schmöker. Ich werde es wohl auch beenden.
      Vielen Dank für Wünsche!

      • Das meinte ich eigentlich auch… Mandala als Meditation quasi. Brüten war da der falsche Ausdruck.
        Sofies Welt muss man durchhalten. Aber es lohnt sich. Fand ich zumindest.

        • Na ja, dazu mach ich ja Malen nach Zahlen, das entspannt mich ungemein, fordert mich doch ein wenig mehr als Mandalas zu malen und außerdem muss ich die Farben selbst anmischen.. Ansonsten fallen mir mit der Zeit immer mehr Sachen ein, die man in der Ergo eventuell machen könnte.
          Na ja, aufgeben kommt für mich bei Büchern eh nur selten in Frage 😉 Ich habe selbst fast zwei Jahre an „High Fidelity“ gesessen, nur weil ich es zu Ende lesen wollte. Und ganz so schlimm finde ich „Sofies Welt“ ja nicht, schließlich interessiert mich schon, was dort hinter steckt.

  4. – Schlafmaske kaufen.
    – Serien/Filme schauen.
    – Tumblr.
    – Obwohl es wohl unter Lesen zählt: Manga.
    – Irgendetwas lernen, das du nicht wirklich wissen musst. Zum Beispiel Indisch.
    – trakt.tv Account erstellen, und mir Link zu deinem Profil schicken.

    Aber das sind alles irgendwie so Sachen.. :/ Sollte man dich in einer Klinik nicht unterhalten? *naive Vorstellung kundgeb*

    • Schlafmaske werd ich mir auf jeden Fall kaufen. Das ist aber praktisch schon seit tagen beschlossene Sache.
      Hab nicht die Konzentration für Filme. Eher für Serien, und da ich nur Scrubs hier habe, bleiben die Folgen, die mir aus der Staffel noch übrig bleiben, für die ganz beschissenen Tage (Yeah, self-fullfilling prophecy!).
      Kann mit Tumblr mal so gar nix angefangen. Mit Mangas leider genauso wenig.
      Ich könnte Englisch wieder nachlernen. Musste schmerzlich feststellen, dass ich, aufgrund der Tatsache, dass ich so gut wie nie selbst spreche und mein englisches Gedöns ja nur aus Songs beziehe (weil ich mich ja strikt weigere, englische Bücher zu lesen, aus Angst, sie nicht zu verstehen) echt ziemlich krass nachgelassen habe. Oder ich fange an, Scrubs auf englisch zu gucken (und muss grad dran denken, dass ich das schon mal versuchte und fast das Kotzen bekam, weil Dr. Cox so nuschelt und Elliott verflcht schnell spricht…) But maybe.
      trakt.tv werd ich mir mal beizeiten angucken. Wie ich dir dann den Link zuschickte wird ein Rätsel, aber hey, wie geil ich mir damit die Zeit vertreiben könnte ^.^
      Das „Problem“ ist ja irgendwie auch, dass ich nicht die ganze Zeit vorm Laptop hocken möchte. Ich bin zwar echt froh, dass ich ihn benutzen darf, aber ich denke, ich sollte es einfach mal nicht so überstrapazieren (und will es, glaub ich, auch nicht).

      Nein, irgendwie sind Kliniken bis zu einem gewissen Teil ja auch zum Nachdenken da. Und da ich in einer Akutklinik und nicht in einer Psychosomatikklinik bin, läuft das alles ein bisschen anders. Ein bisschen Therapie da, ein Gespräch hier, dann da was essen und, und, und..

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