Hallo Ambivalenz.

So ein Samstag Morgen, an dem man nicht schlafen kann, ist wirklich ultra nervig. Das Problem ist ja, dass man aufstehen muss. Frühstück und Blutdruck messen. Und später dann Tabletten. Jedenfalls habe ich wirklich ziemliche Probleme, was die Zeit betrifft. Ambivalent, weil sich die Zeit wie Kaugummi zieht, aber gleichzeitig doch so schnell vorbei rauscht. Und dann denkst du dir, dass du nicht genug getan hast und kommst innerlich so absolut nicht zur Ruhe. You know what I mean.

Und überhaupt fühle ich mich momentan unglaublich ambivalent. Ich denke nach und habe das Gefühl, dass ich nicht genug über mich nachdenke. Also sinnvolles Zeug. Sachen, die zur Änderung des Zustands beitragen könnten. Und irgendwie habe ich das Gefühl, mich nicht so ausdrücken zu können, wie ich es gern möchte. Wie ich mich fühle. Und ja, das ist normal in so ’ner Depression, aber irgendwie ist es auch unglaublich ätzend, weil ich dann eben ganz schnell das Gefühl habe, man könne denken, ich simuliere nur oder übertreibe, oder, oder, oder. Und dann versuche ich zu analysieren, ob diese Angst aus meiner Phobie heraus entsteht und weiß es nicht und denke es dann kaputt.

Und irgendwie denke ich dann über Sachen nach, die andere Menschen betreffen, mein Verhältnis zu ihnen und überlege, ob das grad eine Wichtigkeit hat. Sicher wird es das haben, weil ich mich sonst sicher nicht damit beschäftigen würde, aber… Ob es diese Wichtigkeit momentan haben sollte, das weiß ich nicht. Und sicher wünschte ich mir ein wenig mehr Unterstützung von einigen Menschen. An dieser Stelle übrigens einen <3-Dank an Svü. Weil sie einfach immer da ist.
Na ja, jedenfalls hatte ich gestern einige Gespräche per WhatsApp und einige waren gut und andere nicht so und manchmal war ich sogar gar ein wenig enttäuscht und verletzt, weil ich es nicht verstehen kann, wie man mich so wenig ernst nehmen möchte, wenn es mir schlecht geht. Na ja, und nun ist da also wieder die Frage, ob ich scheiße mit diesem zwischenmenschlichem Zeug umgehe, oder ob die Menschen einfach.. arschig sind. Und ob sie ihre Gründe haben arschig zu sein oder mich lediglich scheiße finden. Und wenn letzteres so ist, dann soll man mir as doch bitte sagen, weil… Na ja, weil es eben arschig ist, kacke zu jemandem zu sein, weil man ihn nicht mag. Und natürlich weiß ich, dass die auch alle ihr Leben haben und damit wohl auch eine Menge zu tun haben, aber irgendwie nervt es mich und macht es mich traurig, manchen Menschen ständig halb hinterher zu rennen, weil sie sich nicht melden. Und ja, vllt ist es egoistisch und naiv, zu glauben, dass sie sich melden, weil sie wissen, dass du in ’ner Klapse liegst.
Vllt bin ich aber auch einfach nur ein zwischenmenschliches Wrack und erwarte zu viel. Und vllt sollte ich das auch mal so therapiemäßig zur Sprache bringen. Weil irgendwie auch niemand weiß, dass mir das so schwer fällt, einzelnen Menschen gegenüber, weil es eben immer nur heißt „Haben Sie auch Angst vor den Menschen, die Ihnen nahe stehen?“ und das verneine ich dann, weil das ja auch nicht stimmt, sondern eben was komplett anders, aber mindestens genauso kompliziert zwischenmenschliches ist.

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~ von Miss Ann Thropy - 6. Oktober 2012.

4 Antworten to “Hallo Ambivalenz.”

  1. Welche Medikamente darfst du denn jetzt nehmen, und welche hast du bisher alles durch?

    Schade, dass der letzte Paragraph zu lang ist, um ihn auf ein T-Shirt drucken zu lassen.

    Wieso sollte es egoistisch sein, zu erwarten, dass Menschen sich melden, weil es dir schlecht geht? Würdest du dir das Bein gebrochen haben, würden sie sich bestimmt eher zu einer SMS durchringen können. Wth, though.

    • Hab vergessen, wie das, was ich nun nehmen soll, heißt. Irgendwas mit T, glaub ich.
      Bei meinem letzten Klinikaufenthalt bekam ich Citalopram, was an und für sich eigentlich auch ganz gut wirke, dessen Wirkung aber nach einem Jahr komplett verschwunden war. Dann hab ich vor zwei, zweieinhalb Monaten angefangen, Fluoxetin zu nehmen, dessen Wirkung aber erst gar nicht einsetzen wollte.
      Weil die ja ihr eigenes Leben haben, mit dem sie vllt genug zu tun haben. Und ich vielleicht auch bei anderen, wenn auch nicht bei diesen Menschen, nicht in der Lage bin, mich zu melden. Also kann ich das anderen doch nicht zum Vorwurf machen. Und trotzdem ist es eben so, dass es mich enttäuscht, aber auch das kann ich ja niemandem zum Vorwurf machen, weil es ja eben MEIN Problem ist und nicht das Problem derjenigen.

  2. Eigentlich bin ich eher der Mensch, über den ich mich innerlich aufrege: Ich lese nur -kommentiere aber fast nie.
    Aber eben nur fast. Hier muss ich einfach mal etwas schreiben, was sich verd…. einfach anhört, es jedoch nicht ist, mir aber immer wieder aus solchen Situation hilft, wie Du sie hier beschreibst. Hier also ungefragt mein Rat: Behandle Deine Mitmenschen nicht so, wie sie sind, sondern wie sie sein könnten und vor Allem akzeptiere Dich, so wie Du bist.

    Der Rest kommt von Allein. Es ist völlig normal, dass man mal mehr und mal weniger an den Dingen zweifelt, die man so macht, bzw. dass man mal mehr und mal weniger über persönliche Erlebnisse nachdenkt. Das machen alle. Man muss für sich nur immer wieder einen Weg finden und sich vor Allem nicht selbst blockieren.
    Ich habe mich schon häufig gefragt, warum sich ander Menschen nicht von allein melden und warum immer ich den ersten Schritt machen muss. Nachgefragt ergibt sich häufig, dass diese Leute das selber nicht mit Absicht machen. Und wenn ich etwas weiter forsche, dann benehme ich mich anderen Menschen gegenüber manchmal auch so. Das ist keine böse Absicht. Man plant sowas auch nicht. Es passiert einfach. Deshalb ist hier -zumindest für mich war es bisher – immer die beste Vorgehensweise, wann unternimmt nur die Anstrengung, die man auch gewillt ist, zu leisteten. Ist man darüber verärgert, lässt man es.

    Aber das sind nur meine Gedanken und Feststellungen. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und das Du für Dich eine Antwort auf Deine Fragen findest.

    • Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, ist leider leichter gesagt als getan. ich mein, vom Verstand her würde ich jedem das Selbe sagen. Aber dann ist da eben diese Depression und diese Phobie, die irgendwie immer dagegen anredet. Die in diesem Moment stärker ist. Und ich will jetzt auch nicht sagen, dass alles so bleiben wird, wie es ist, aber es wird eben mit der Zeit. Und mit Behandlung. Mit dem Wissen nach dem eventuellen Grund oder Zweck oder was auch immer sich mein Hirn dabei denkt oder nicht denkt.
      Ich weiß, dass sich viele Leute nicht mit Absicht nicht melden. Und irgendwie haben sie ja auch ihr eigenes Leben, also was fällt mir ein, darüber zu urteilen. Und vielleicht schaffe ich es anderen Leuten gegenüber nicht, mich zu melden. Also ist das ja auch ziemlich doppelmoralisch, mich darüber zu beschweren.
      Bei mir finden bei solchen Gedanken sehr viele Abzweigungen statt. Sachen, die ich gedanklich unfreiwillig (so wie sie sich manchmal vllt unfreiwillig nicht melden ;)) stundenlang durchkaue. Und gerade das macht es vllt eben manchmal so schwierig. Eine „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten!“-Sache.
      Ich danke Dir für Deinen Kommentar und deine Wünsche 🙂

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