Banalitäten.

Die Aufzüge in diesem Haus sind älter als ich. Vier Jahre. Wieso ich dies nun erzähle, weiß ich nicht so genau, aber wahrscheinlich tu ich das genau aus dem Grund, um zu vermitteln, was man alles bemerkt, wenn Wochenende und nichts zu tun ist.
Und irgendwie ist es schon merkwürdig, dass ich es schaffe, öfter zu bloggen, während ich hier bin. Aber wahrscheinlich ist das auch einfach nur ein Zeitvertreib, schließlich redet man über das Alter von Fahrstühlen und das ist für die Welt ja auch nicht wirklich relevant, es sei denn, er stürzt irgendwann ab und man liegt zerquetscht am Boden, während man auf der Reise nach unten Yoko Ono sang, jedenfalls solange man den Text drauf hat, ansonsten muss man echt schnell mal überlegen, weil es doch eventuell bald zu spät sein könnte und dann kann man sich freuen, doch irgendwas mit „Stars“ gemein zu haben.

Ich mag es übrigens nicht, morgens aus dem Schlaf gerissen zu werden, sie wie es heute morgen geschah. Man schlummert selig vor sich hin oder döst oder was auch immer das für ein Zustand war und plötzlich rüttelt es an deinem Bein und jemand meint, er müsse nun unbedingt deinen Blutdruck messen.
Dann legt man sich um halb zehn wieder hin, weil man irgendwie total Matsche in der Birne ist und um viertel vor zwölf kommt wieder jemand und ditscht dir an der Nase rum, weil es gibt. Das ist natürlich ganz bewusst ausfallen ließ, weil es eben letzten Sonntag schon Rouladen gab und außerdem mag ich keinen Rosenkohl und keine Klöße. Dafür hat mir meine Zimmernachbarin aber Mousse au Chocolate mitgebracht, was sehr toll war, weil es gleich nach dem Aufstehen um halb drei (und natürlich werde ich nun wahrscheinlich nachts nicht pennen können) essen konnte. Zu erwähnen ist aber auch, dass gestern Abend das Licht in der Küche nicht an war. das hat mich fast ein wenig glücklich gestimmt.

Desweiteren überlegte ich eben, als ich so eben unten bei Rauchen saß, ob mich das Bloggen irgendwie beruhigt, also nicht nur zwingend ein Zeitvertreib ist. Ich weiß es nicht genau. Letztendlich sind vieles ja einfach nur langweilige Banalitäten, die ich schreibe, die vermutlich keinen interessieren. Ja, vllt sind solche Sachen wie das Blut abnehmen mehr schon größere Sachen, wenn auch für viele so was von banal. Aber letztendlich ist es wohl mein Blog und was ich schreibe ist meine Entscheidung und wenn es Quatsch ist, ist das wohl auch okay. und deswegen rede ich mir nun einfach ein, dass das ja schon so ein bisschen wie Angstbewältigung ist, weil das Internet ja groß ist und ich mir jedes Mal einen riesigen Kopf mache, ob man mich doof und dumm und so weiter findet.

Ach ja, und gestern hatte ich auch Besuch. Leider war J. nicht dabei, angeblich ging es ihr nicht so gut, aber ich vermute, dass sie doch lieber Wäsche waschen wollte (oder vllt auch einfach Kliniken nicht so ganz doll gut gegenüber gestimmt ist), also waren Stefan und Und S., ein anderes Mädel aus dem Internat mit. Sie haben mir ein paar Sachen mitgebracht (Kekse, Lakritz, Briefumschläge, ein Rätselbuch, Taschentücher und so), danach waren wir am Hafen, der wirklich idyllisch ist, klein und süß, hat mir richtig gut gefallen, sind danach noch an den Strand (Frau Svü, die acht Kilometer sind Quatsch, direkt hier in Neustadt, am Hafen, Meer und je weiter man läuft auch Strand :D) und danach noch überteuerten Kaffee trinken und Kuchen essen. Es war schön, es hat mir gefallen, wir haben kleine Hunde gesehen und eine sterbende Feuerqualle und haben rumgealbert.

Obwohl ich eigentlich heute auch los wollte, habe ich es dann doch vorgezogen zu schlafen und nun ein wenig am Laptop zu sitzen, zumal ich grad allein im Zimmer bin, ich also nicht ständig das Gefühl habe, meine Mitbewohnerin mit meinem Getippe zu nerven.
Bin gespannt, ob es am Morgen neue Drogen gibt, ich freue mich auf die Ergo und außerdem steht morgen wohl noch ein Gesprächstermin mit meinem Psychologen an. Ist es eigentlich normal, schon im Vorhinein zu denken, dass man keinen Bock auf ein Gespräch hat? Weil es einfach so unglaublich anstrengend ist und… es fühlt sich jedenfalls so an. Weil ich teilweise auch einfach nicht die Konzentration habe habe, 50 Minuten zu reden. Wir haben aber gesagt, wir machen nach der Hälfte einen Break und schauen, wie es um meine Konzentration steht. Vllt sollte ich auch mein andauerndes Gefühl zur Sprache bringen, dass ich mich ständig auf der Flucht fühle. Besser kann ich es zumindest nicht  beschreiben und auch das macht mich irgendwie wahnsinnig. Soll aber angeblich total normal sein, in so ’ner Depression. Was es für mich nun irgendwie auch nicht besser macht, weil es eben nie so rauskommt, wie ich es eben meine. Und in meinem Kopf eben als „nicht ernst zu nehmen“ abgestempelt wird.
Aber wie ich mich kenne, werde ich gleich morgen wieder berichten.

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~ von Miss Ann Thropy - 7. Oktober 2012.

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